Unter falschem Namen in Kalifornien: Air-Force-Deserteur wird nach 35 Jahren enttarnt

Dieses undatierte Foto der Air Force zeigt William Howard Hughes jr., der am 9. Dezember 1983 offiziell zum Deserteur erklärt wurde. (Bild: US Air Force/AP)

Der Amerikaner William Howard Hughes jr. war ein Offizier der Air Force mit Zugang zu streng geheimen Informationen, bis er im Sommer 1983 spurlos verschwand. Nun kam ihm die Behörde auf die Schliche: Er lebte seitdem unter falschem Namen in Kalifornien. Zu seiner Verteidigung sagte er, dass ihn die Arbeit beim Militär deprimiert hätte.

Der damals 33-jährige Hughes arbeitete als Captain der US Air Force im Kalten Krieg an der Planung und Analyse geheimer Kommunikationsüberwachungssysteme der NATO. Er verfügte daher über streng geheimes Wissen, das unter keinen Umständen dem Feind in die Hände fallen durfte. Entsprechend nervös wurde man in der Kommandozentrale der Air Force, als Hughes sich im Sommer 1983 nicht wie erwartet aus seinem Urlaub in Europa zurückmeldete.

Seine Spur verlor sich im August desselben Jahres, als er mehr als 28.000 US-Dollar von seinem Konto in Albuquerque, New Mexico, abhob. Ein halbes Jahr später wurde Hughes zum Deserteur erklärt und fortan von der Behörde gesucht. Nun fand man ihn 35 Jahre später, zwei Bundesstaaten weiter im Westen: Er lebte unbehelligt unter einem falschen Namen in Kalifornien.

Eine Sprecherin der Air Force erklärt der lokalen Zeitung, dem „Albuquerque Journal“, es gebe bisher keine Hinweise darauf, dass Hughes mit der ehemaligen Sowjetunion kooperiert hätte. Er hätte also vermutlich keine Geheimnisse an den damaligen Feind weitergegeben oder als Spion gearbeitet.

Nach seiner Verhaftung in seinem Haus gab er der Air Force zufolge an, dass ihn seine frühere Arbeit deprimiert habe. Aus diesem Grund habe er sich eine neue Identität zugelegt und lebte seither im sonnigen Kalifornien. Derzeit ist er in der Travis Air Force Base in seinem Wahlbundesstaat inhaftiert und wartet auf seine Anklage wegen Desertation. Bisher gab es noch kein offizielles Statement von ihm oder seinem Anwalt.