„Unter deutschen Betten“: Neue Ferres-Komödie fällt bei Kritikern durch

Die ursprüngliche Hauptfigur der Buchvorlage, Putzfrau Justyna, wird in „Unter deutschen Betten“ von Veronica Ferres alias Linda Lehmann in den Hintergrund gedrängt. (Bild: dpa)

Mit der Verfilmung des Bestsellers „Unter deutschen Betten: Eine polnische Putzfrau packt aus“ versucht sich Veronica Ferres in Eigenironie – scheitert jedoch in den Augen vieler Kritiker kläglich.

Schon kurz nachdem das Sachbuch „Unter deutschen Betten: Eine polnische Putzfrau packt aus“ 2011 die deutschen Bestseller-Listen stürmte, sicherte sich Veronica Ferres mit ihrer Produktionsfirma Construction Film die Rechte an der Geschichte. Geschrieben von Holger Schlageter unter dem Pseudonym Justyna Polanska, schildert das Buch die realen Erlebnisse einer polnischen Reinigungskraft in Deutschland.

In der Verfilmung, deren Drehbuch Ferres auf den Leib geschrieben wurde, spielt sie jedoch keine Putzfrau, sondern den abgestürzten Schlagerstar Linda Lehmann. Ihre Karriere ist vorbei, ihr Lebensgefährte und Manager Friedrich (Heiner Lauterbach) schmeißt sie aus der gemeinsamen Villa und verreist mit einem jüngeren Starlet in den Urlaub. Nachdem sie der Putzfrau Justyna (Magdalena Boczarska) versehentlich die Hand bricht, hilft die in die Jahre gekommene Diva ihr beim Putzen und arbeitet gleichzeitig an ihrem Comeback.

Die Kritiker sind von „Unter deutschen Betten“ jedoch nicht überzeugt: „Eine Komödie im Schlagerbusiness klingt eigentlich nach einem potenziellen Kinohit, aber lange haben wir keine so unterirdische deutsche Komödie gesehen“, heißt es in der BR-Sendung „kinokino“. Und weiter: „Ein Film voller Rohrkrepierer. Das tatsächliche Schmierentheater im Schlagerbusiness wird locker unterboten. Viel Lärm, viele Stars, null Niveau.“

Zu Beginn des Films wird die Schlager-Diva von Lebensgefährte und Manager Friedrich (Heiner Lauterbach) abserviert. (Bild: dpa)

Weitaus versöhnlicher zeigt sich die Kritik der „Westdeutschen Zeitung“: „Als Reinigungskraft lässt die ehemalige ‚Superweib’-Darstellerin, die schon Bundeskanzlerin Angela Merkel verkörpert hat, kein Fettnäpfchen aus und beweist dabei Sinn für Humor – auch wenn manche der Gags eher platt daherkommen“, schreibt Rezensentin Aleksandra Bakmaz. „Auch Lauterbach als schmieriger Ex-Liebhaber und gieriger Musikproduzent, der alle Klischees erfüllt, sorgt mit seinen Chauvi-Sprüchen immer wieder für Lacher.“ Ihr Fazit: „Unter deutschen Betten“ sei „solide Unterhaltung, die an der ein oder anderen Stelle aber schwächelt“.

Tatsächlich erkennen nur einige wenige Kritiker Ferres’ Mut zur Selbstironie im Film an. Bei vielen anderen Journalisten sorgen der plumpe Humor, die vorhersehbare Handlung und die massiven Unterschiede zur Buchvorlage für viel Kritik. „Das ganze Humorpotenzial, das in dem Sachbuch steckte, verkommt durch diesen Perspektivenwechsel zur reinen Ego-Nummer des Stars“, schreibt Peter Zander für die „Berliner Morgenpost“.

Auch die „Augsburger Allgemeine“ findet harte Worte: „Schon der schlüpfrige Titel von Jan Fehses ‘Unter deutschen Betten’ sollte Warnung genug sein, aber alles, wirklich alles kommt in dieser bestürzenden Komödie schlimmer, als sich die Zuschauer vorstellen können“, schreibt Fred Duran. „Unfassbar, dass ein solches Drehbuch bei ‚20th Century Fox’ durchgegangen ist. Mehr als grenzwertig ist auch die Performance von Veronica Ferres, die im Slapstick-Modus auf tragische Weise scheitert.“

Wer sich selbst ein Bild von „Unter deutschen Betten“ machen will, kann das ab heute tun: Der Film läuft aktuell deutschlandweit in den Kinos.