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Unsicherheit hilft Leasing - CHG Meridian meldet hohe Nachfrage

WEINGARTEN (dpa-AFX) -Konjunkturelle Unsicherheit und steigende Zinsen bescheren der Leasing-Branche steigende Nachfrage. Das auf IT-Ausrüstung spezialisierte Unternehmen CHG Meridian meldete am Donnerstag in Mailand ein Neugeschäft von 2,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, ein Plus von 29,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Neugeschäft der Branche insgesamt legte nach Zahlen des Bundesverbands deutscher Leasingunternehmen um 4 Prozent auf 72 Milliarden Euro zu.

Viele Leasingfirmen sind Töchter von Herstellern oder Banken, CHG Meridian mit Sitz im baden-württembergischen Heimgarten in der Nähe von Ravensburg zählt zu den unabhängigen Unternehmen. Vorstandschef Mathias Wagner sagte, dass Deutschland immer noch "ein starker Kaufmarkt" sei. "Über alle Asset-Klassen hinweg hat Deutschland eine Leasingquote von 14 Prozent."

Doch teurere Finanzierung wegen steigender Zinsen bedeutet, dass Anschaffungen teurer werden. "Die Kapitalkosten für die Firmen steigen", sagte Wagner. "In solchen Phasen hat die Leasing-Penetration immer an Stärke gewonnen. Wir sehen, dass Leasing oder Miete für viele Unternehmen eine attraktive Option ist."

Über 60 Prozent des Neugeschäfts der Leasing-Branche in Deutschland entfiel nach Wagners Worten im vergangenen Jahr auf Fahrzeuge, Maschinen hatten einen Anteil von einem Viertel, IT von vier Prozent, hinzu kommen noch kleinere Bereiche.

Den IT-Leasingmarkt, in dem CHG Meridian aktiv ist, bezifferte Wagner für Deutschland auf drei Milliarden Euro. "Da sehen wir noch Luft nach oben." Außerhalb der deutschen Grenzen ist das Unternehmen mit seinen 1300 Mitarbeitern in 30 Ländern vertreten.

Als Marketingargument nutzen Leasing-Firmen mittlerweile auch das Thema Nachhaltigkeit. "Für uns und die Leasing-Branche insgesamt ist ganz wichtig, jenseits der reinen Finanzierung das Thema Nutzen in den Vordergrund zu stellen", sagte Wagner. "Letztes Jahr haben wir weltweit 924 000 Geräte wiedervermarktet." Mehrfachnutzung eines Geräts spare CO2 und Ressourcen.

"Wir sehen, dass die Unternehmen weiter in Digitalisierung investieren, die Nutzungszyklen von IT-Infrastruktur werden eher kürzer als länger." Im Hintergrund steht dabei nach Wagners Einschätzung unter anderem die Cybersicherheit, weil die Firmen ihre Ausrüstung aktuell halten wollen, um gegen potenzielle Angriffe gewappnet zu sein.