UNO: Weltweiter Drogenhandel blüht

Der weltweite Rauschgifthandel blüht

Der weltweite Rauschgifthandel blüht. Wie aus einem am Donnerstag in Wien vorgestellten Bericht der UN-Behörde für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hervorgeht, steigt die Produktion von Kokain und opiumhaltigen Substanzen. Es müsse viel getan werden, um den großen Schaden anzugehen, der von Drogen ausgehe - von Gesundheit, über Entwicklung, Frieden und Stabilität in allen Teilen der Welt, sagte Behördenchef Yury Fedotov.

2015 litten den Angaben zufolge rund 29,5 Millionen Menschen weltweit beziehungsweise 0,6 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung unter drogenbedingten Störungen. Pro Jahr gebe es mindestens 190.000 überwiegend vermeidbare Todesfälle. Die meisten seien auf Opioide zurückzuführen.

2016 stieg die weltweite Opiumproduktion um ein Drittel an. Dies ist dem Bericht zufolge vor allem auf Rekordernten beim Mohn in Afghanistan zurückzuführen. Die radikalislamischen Taliban erzielten dadurch Millionen Dollar an Einnahmen.

Auch beim Kokain ist auf dem Weltmarkt ein Wachstum zu verzeichnen. In Asien abgefangene Mengen zeigten demnach einen Anstieg um 40 Prozent im Jahr 2015 auf. Nach einem jahrelangem Rückgang stieg zwischen 2013 und 2015 die Produktion von Koka, dem Rohmaterial für Kokain, um 30 Prozent an, insbesondere beim weltgrößten Produzenten Kolumbien.

Opioide, darunter Heroin und verschreibungspflichtige Schmerzmittel sowie illegale Fälschungen, stellten allerdings aus gesundheitlicher Sicht die "schädlichsten Drogen" dar, erklärte die UNODC. In den USA etwa habe sich die Zahl der an einer Überdosis gestorbenen Menschen zwischen 1999 und 2015 verdreifacht. Die UN-Behörde verwies zugleich darauf, dass die Geschäftsmodelle der organisierten Kriminalität sich stetig änderten.