UNO warnt: Wir können unsere Aids-Ziele nicht erreichen

Seit die ersten Fälle von HIV vor mehr als 35 Jahren gemeldet wurden, haben sich 78 Millionen Menschen mit infiziert, 35 Millionen sind an AIDS -bedingten Krankheiten gestorben - einer von ihnen Queen-Sänger Freddy Mercury . Trotz beeindruckender Erfolge warnt die UNO vor der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam: „Wir können unsere Aids-Ziele nicht erreichen“ -

das wären weniger als 500.000 Neuinfektionen pro Jahr bis 2020. Linda-Gail Bekker , Präsidentin der Internationalen AIDS-Gesellschaft , Genf: 

"Wir haben große Fortschritte gemacht - es gibt Berichte (von UNAIDS ) von 22 Millionen Menschen, die sich in Behandlung befinden. Aber es gibt immer noch mindestens 50 Länder auf der Welt, in denen die Infektionen zugenommen haben. Und klar - wir haben keine epidemische Kontrolle, da wir stellenweise immer noch steigende Ansteckungszahlen haben - besonders in Zentralasien und Osteuropa . Hier haben die Infektionen um 60 Prozent zugenommen."

Von 36,9 Millionen Menschen weltweit, die das Immunschwäche-Virus HIV in sich tragen, leben 25,7 Millionen in Afrika (3,4 Millionen in Amerika, 3,5 in Südostasien, 2,3 in Europa, 1,5 im Westpazifik) - zwei Drittel der AIDS- und HIV-Patienten der Welt sind in Subsahara-Afrika zuhause.

Am 5. Juni 1981 veröffentlichte das US- Center for Disease Control and Prevention einen Warnschuss an die Welt, als die ersten Fälle bekannt wurden

von dem, was

bald AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) heißen sollte.

Freddie Mercury (Musiker) fiel der neuen Epidemie zum Opfer und Rock Hudson 

und Anthony Perkins (Schauspieler), Keith Haring (Maler), Liberace (Pianist), Arthur Ashe (Tennisprofi), Nadja Benaissa (Sängerin), Eazy-E (Rapper) und Tina Chow (Modell + Designerin).

In den folgenden Jahren versetzte AIDS die Welt in Angst, da es sich unter Drogenkonsumenten, Hämophilen, Schwangeren und Säuglingen ausbreitete. " Safer Sex " wurde vom Schlagwort zum Lebensstil für viele.

Einer der größten Durchbrüche im Kampf gegen AIDS kam 1985, als der erste praktische Bluttest für das HIV-Virus verfügbar wurde. Aber trotzdem infizieren sich immer noch 7.000 Menschen auf der ganzen Welt täglich mit HIV.

"Wir schlagen Alarm", so Michel Sidibé , Direktor des UNO-Programms UNAIDS . Die großen Fortsxchritte seien zum Teil nicht zu halten.

"Ganze Regionen fallen zurück, die großen Fortschritte, die wir für Kinder gemacht haben, gehen verloren, Frauen sind immer noch am stärksten gefährdet. Die Mittel entsprechen immer noch nicht den politischen Zusagen, und Schlüsselpopulationen werden weiter ignoriert. "Das Recht auf Gesundheit für alle ist nicht verhandelbar", so Sidibé.

"Sexarbeiter, Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben, Häftlinge, Migranten, Flüchtlinge und Transgender sind HIV-Risikogruppen, werden aber immer noch zum Teil von HIV-Programmen ausgeschlossen."

Um AIDS bis 2030 als Gefahr für die öffentliche Gesundheit auszuschalten, schätzt UNAIDS, seien allein im Jahr 2020 gut 22 Milliarden Euro für die weltweite HIV-Behandlung nötig. Dies bedeute, dass die weltweit verfügbaren Ressourcen für HIV zwischen 2016 und 2020 jährlich um 1,3 Milliarden Euro zunehmen müssten.

Sigrid Ulrich mit dpa, Reuters