UNO: Seit März 2015 mehr als 5000 Zivilisten im Jemen-Konflikt getötet

Auf einem Friedhof in Jemens Hauptstadt Sanaa

Im Jemen-Konflikt sind seit dem März 2015 nach Erhebungen des UN-Menschenrechtsrats mehr als 5000 Zivilisten getötet worden, darunter fast 1200 Kinder. Zudem seien mehr als 8700 Zivilisten verletzt worden, beklagte der Menschenrechtsrat in einer am Dienstag in Genf veröffentlichten Erklärung. Die Statistik bezieht sich auf die Zeit seit dem Eingreifen einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition in den Konflikt. Die Luftangriffe dieser Koalition seien die Ursache für die meisten Todes- und Verletzungsfälle unter Zivilisten, erklärte der Menschenrechtsrat.

Der Menschenrechtskommissar der UNO, Zeid Ra'ad Al Hussein, forderte eine unabhängige internationale Untersuchung zu dem Konflikt im Jemen. Eine solche Untersuchung werde die Konfliktparteien "warnen", dass die Menschenrechtsverletzungen beobachtet und "die Verantwortlichen von der Justiz verfolgt" werden, erklärte Zeid.

Aus den Zahlen des Menschenrechtsrats geht hervor, dass sich die Zahl der getöteten Zivilisten seit März 2015 auf 5144 summiert. Davon werden 3233 Fälle auf Einsätze der von Saudi-Arabien angeführten Koalition zurückgeführt. Die Gesamtzahl aller Toten des Konflikts - einschließlich der Kämpfer - wird vom Menschenrechtsrat auf 8400 addiert.

Die Luftangriffe der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition zielen auf Huthi-Rebellen, die mit iranischer Unterstützung Jemens Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi stürzen wollen. Extremistengruppen wie Al-Kaida und der Islamische Staat (IS) machen sich den Konflikt zunutze, um ihre Macht in dem Land auszubauen.