UNO: Rund 164.000 Menschen aus Myanmar nach Bangladesch geflohen

Die Zahl der Menschen, die vor den Kämpfen im Westen Myanmars fliehen, steigt mit jedem Tag. Die UNO veröffentlichte neue Zahlen, wonach in den vergangenen zwei Wochen 164.000 Menschen, größtenteils Angehörige der Rohingya, nach Bangladesch flohen

Die Zahl der Menschen, die vor den Kämpfen im Westen Myanmars fliehen, steigt mit jedem Tag. Die UNO veröffentlichte am Donnerstag neue Zahlen, wonach in den vergangenen zwei Wochen rund 164.000 Menschen, größtenteils Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit, ins Nachbarland Bangladesch flohen.

Am 25. August hatten im westlichen Bundesstaat Rahhine die seit Jahren heftigsten Kämpfe zwischen der Armee und Rohingya-Rebellen eingesetzt. Vorausgegangen waren einige tödliche Attacken der Rebellen, die für die Rechte der seit Jahrzehnten unterdrückten Rohingya-Minderheit in dem südostasiatischen Land kämpfen.

Nach Angaben der UNO flohen seit Oktober vergangenen Jahres nunmehr ein Viertel der rund eine Million Rohingya nach Bangladesch. Obwohl die Menschen teils seit Generationen in Myanmar leben, werden sie in dem mehrheitlich buddhistischen Land als illegale Einwanderer angesehen. Die Staatsangehörigkeit wird ihnen verwehrt, zahlreiche weitere Einschränkungen werden ihnen auferlegt.

Rakhine ist der ärmste Bundesstaat Myanmars und seit Jahren Schauplatz erheblicher Feinseligkeiten zwischen Buddhisten und Muslimen. Die Regierung des Landes mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi an der Spitze steht wegen der Unterdrückung der Rohingya international in der Kritik.

Bangladesch ist mit der Flüchtlingsbewegung aus dem Nachbarland überfordert; bereits im Oktober 2016 lebten etwa 400.000 Rohingya-Flüchtlinge unter elenden Bedingungen in Camps an der Grenze zu Myanmar. Auch in Bangladesch werden die Rohingya als Staatenlose behandelt. Somit gelten sie als die größte staatenlose Volksgruppe der Welt.