UNO: Kommission soll Gewalt in Gaza untersuchen

Rund 100 Palästinenser sollen in den vergangenen Wochen am Grenzzaun zwischen Gazastreifen und Israel getötet worden sein. Die Vereinten Nationen wollen jetzt eine unabhängige Untersuchungskommission in die Region schicken. Sie soll prüfen, ob humanitäres Völkerrecht verletzt wurde.

UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad al-Hussein sagte in Genf: „Tötungen durch die rechtswidrige Anwendung von Gewalt durch eine Besatzungsmacht können als vorsätzlich eingestuft werden. Das ist ein schwerer Bruch der Vierten Genfer Konvention.“

Der „starke Gegensatz“ zwischen den Opferzahlen auf beiden Seiten der Grenze deute darauf hin, dass Israels Vorgehen „völlig unverhältnismäßig war.“

Zeid rief Israel zudem dazu auf, die „Besatzung“ sofort zu beenden. Die Palästinenser seien „eingepfercht in einen giftigen Slum von der Geburt bis zu Tod, jeder Würde beraubt“, sagte er.

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim sprach bei einer Großdemo in Istanbul von „Völkermord“ und „ethnischen Säuberungen.“

Zeitgleich trafen sich die Mitglieder der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, um über die jüngste Eskalation im Gazastreifen zu beraten. Israel weist alle Vorwürfe exzessiver Gewalt zurück.