UNO kündigt Nothilfen in Höhe von 29 Millionen Euro für äthiopische Region Tigray an

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Ein Mann vor seinem zerstörten Haus in Tigray

Die UNO hat am Donnerstag ein Nothilfepaket in Höhe von umgerechnet rund 29 Millionen Euro für Zivilisten in der äthiopischen Krisen-Region Tigray angekündigt. Von den Geldern sollen umgerechnet rund 20 Millionen Euro in den Kauf von Medikamenten und medizinischer Ausrüstung fließen, um Verletzte und Kranke zu versorgen, wie die UNO mitteilte. Dazu zähle auch die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Trinkwasser.

Im Nachbarland Sudan, wo bislang mehr als 50.000 Menschen vor den Kämpfen Schutz gesucht haben, sollen den Flüchtlingen umgerechnet rund neun Millionen Euro zugute kommen.

"Frauen und Kinder kommen mit verstörenden Geschichten von Gewalt, Entbehrungen und Missbrauch im Sudan an", sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. "Wir brauchen jetzt ungehinderten Zugang", forderte er.

Der Konflikt in Tigray brach Anfang November aus, als der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed einen Militäreinsatz gegen die dort regierende Volksbefreiungsfront TPLF startete. Tigray war seitdem praktisch vom Rest der Welt abgeschnitten. Die internationale Gemeinschaft hatte seit Wochen humanitären Zugang zu der Krisenregion gefordert.

In den vergangenen Wochen hatten die Spannungen zwischen dem Friedensnobelpreisträger Abiy und humanitären Organisationen zugenommen. Die äthiopische Regierung will offenbar verhindern, dass Außenstehende eine führende Rolle bei den Hilfsbemühungen spielen.

Bereits vor Beginn der Militäroffensive kämpfte die Region mit rund sechs Millionen Einwohnern mit Nahrungsmittelknappheit, die sich durch die Corona-Pandemie und eine Heuschreckenplage weiter verschlimmerte.

Hilfsorganisationen befürchten, dass die Kämpfe, bei denen Berichten zufolge tausende Menschen getötet wurden, eine humanitäre Katastrophe auslösen könnten.

gap/noe