United-Internet-Chef fordert Rahmenbedingungen für viertes Mobilfunknetz

Frau mit Smartphone

Der Chef des Internetanbieters United Internet, Ralph Dommermuth, fordert ein viertes Mobilfunknetz für Deutschland. "Die Politik sollte sich wieder für ein viertes Mobilfunknetz entscheiden, damit mehr Wettbewerb möglich wird", sagte er der "Welt" vom Montag. Dafür müssten aber die Weichen in den Vergabebedingungen für die nächste Auktion von Mobilfunkfrequenzen gestellt werden.

Laut "Welt" könnte diese Versteigerung noch in diesem Jahr erfolgen. Dafür müssten die Regeln für Bieter aber noch vor dem Sommer festgelegt werden. Es sei unklar, ob sich neben den drei derzeitigen Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica (O2 und E-Plus) noch ein Bewerber findet.

Dommermuth scheint aber einen Einstieg zu erwägen: "Das hängt vom politischen Willen ab", sagte er der "Welt". Ein neuer Anbieter sei am Anfang darauf angewiesen, die Netze seiner Konkurrenten solange kostenpflichtig mitzubenutzen, bis sein eigenes Netz bundesweit stehe. So sei es auch beim Aufbau des O2-Netzes gewesen.

Ohne eine solche Roaming-Regelung könnte ein Anbieter anfangs nur in wenigen Regionen Funkverbindungen bereitstellen, was die Kunden nicht akzeptierten. In diesem Falle werde es in Deutschland kein viertes Netz geben.

Der Chef von Vodafone Deutschland, Hannes Ametsreiter, lehnte ein nationales Roaming in den Vergaberichtlinien ab. "Dann wird man vier schlechte Netze haben", sagte er der "Welt". Seiner Ansicht nach würden bei vier Anbietern nämlich Anreize für Investitionen fehlen, weil die Anbieter die Kosten für den Aufbau eines modernen 5G-Netzes nicht wieder verdienen könnten. Der Wettbewerb der drei bisherigen Anbieter sei ausreichend. "Man sieht ja wie die Fetzen fliegen".