Uniper: Fortum-Angebot und schwarze Zahlen – die Aktie gerät aber ins Schlingern

Maximilian Völkl
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RWE: Ein toller Wochenstart

Nach der starken Kursentwicklung in den vergangenen Monaten zählt die Uniper-Aktie am Dienstag zunächst zu den schwächsten Werten im MDAX. Beim Versorger ist heute viel los. Zum einen wurden die Quartalszahlen präsentiert, zum anderen hat der finnische Wettbewerber Fortum sein offizielles Übernahmeangebot vorgelegt.

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ist Uniper der Sprung zurück in die Gewinnzone gelungen. Nachdem im Vorjahr wegen Abschreibungen noch ein Verlust von 4,2 Milliarden Euro angefallen war, betrug das Nettoergebnis nun 683 Millionen Euro. Das EBIT sank allerdings deutlich von 1,3 Milliarden auf 952 Millionen Euro – vor einem Jahr gab es hier einen Sondereffekt aus verbesserten Lieferkonditionen mit der russischen Gazprom. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte das Uniper-Management.

Fortum-Angebot

Fortum legte am Dienstag das offizielle Übernahmeangebot über 22 Euro je Uniper-Anteil vor. Die Aktionäre können ihre Aktien ab sofort bis zum 16. Januar 2018 andienen. Eine Mindestannahmeschwelle gibt es nicht. Durch das 47-Prozent-Paket von E.on sollten die Finnen aber zumindest die 50-Prozent-Hürde überwinden können.

Bislang hatte sich das Uniper-Management sehr deutlich gegen die Übernahme ausgesprochen. Diese wird als feindlich angesehen, der Verlust tausender Arbeitsplätze wird befürchtet. Nun wurden etwas moderatere Töne angeschlagen. „Vorstand und Aufsichtsrat von Uniper werden das von Fortum vorgelegte Angebot sorgfältig prüfen und wie gesetzlich vorgesehen innerhalb der nächsten zwei Wochen dazu Stellung nehmen“, teilte Uniper mit.

Favorit E.on

Die Uniper-Aktie ist am Dienstagmorgen zunächst deutlich unter Druck geraten. Nach dem Übernahmeangebot könnte es zu einer andauernden Seitwärtsbewegung kommen. Anleger sollten in der Branche auf die Mutter E.on setzen. Der DAX-Versorger hat seine Bilanz aufpoliert und ist gut gerüstet für die neue Energiewelt. Doch auch Fortum bleibt eine gute Wahl. Die Finnen glänzen mit einem starken Portfolio, einer hohen Dividendenrendite von sechs Prozent und einem Top-Chartbild.