"Frechheit!" Kohfeldt zählt Werder-Stars an

SPORT1
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Union Berlin setzt seinen Höhenflug auch ohne seinen weiterhin verletzten Star Max Kruse fort! (Die Tabelle der Bundesliga)

Die Hauptstädter gewannen bei Werder Bremen souverän mit 2:0 (2:0), zogen vorübergehend in der Tabelle an Borussia Dortmund vorbei und übernachten damit auf einem Champions-League-Rang. Die Gastgeber bleiben hingegen mit 14 Punkten im Abstiegskampf hängen. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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Die Tore für die Köpenicker schossen Sheraldo Becker (12.) und Taiwo Awoniyi (28.).

Werder: Gebre Selassie und Friedl wütend

Die Berliner waren nicht nur vor dem gegnerischen Tor konsequent. Auch im Mittelfeld und am eigenen Strafraum beherrschte das Team auch ohne Ex-Nationalspieler Kruse (Sehnenverletzung im Oberschenkel) das Geschehen auf dem Platz. Und so konnte Fischer sichtlich gelassen die Partie beobachten, während sein Bremer Kollege Florian Kohfeldt unüberhörbar mehrfach seine Verärgerung herausschrie.

"Das war eine ganz schlechte Leistung. Ich bin sonst sehr gerne bereit, in der Tiefe zu analysieren. Heute weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll", zählte Trainer Florian Kohfeldt sein Team an. Er fügte an: "Wir haben hochverdient verloren. So kannst du kein Bundesligaspiel gewinnen."

Auch die Leistungsträger zeigten sich selbstkritisch.

"Das Zweikampfverhalten in der ersten Halbzeit war eine Frechheit. Wir haben gefühlt alle Zweikämpfe verloren", wütete Bremens Theodor Gebre-Selassie bei Sky. Der Kapitän hatte sein 251. Bundesligaspiel für Werder bestritten und löste damit Claudio Pizarro als Ausländer mit den meisten Partien im Oberhaus für den Klub ab.

Auch Bremens Innenverteidiger Marco Friedl war bei Sky sauer. "Wir haben die Partie aufgrund der ersten Halbzeit verloren und uns Fehler erlaubt, die wir uns nicht leisten können."

Bei den Gästen herrschte hingegen Feierlaune nach dem sechsten Saisonsieg.

"Wir wollen auf unserem guten Weg bleiben", hatte Union-Trainer Urs Fischer vor der Partie bei Sky angekündigt.

Becker und Awoniyi mit Doppelschlag

Der Schweizer sah, dass seine Elf sofort an die Topform des vergangenen Jahres anknüpfte. Die Gäste warteten auf Konter und schlugen dank der schnellen Angriffe früh doppelt zu. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Erst bediente Awoniyi seinen Sturmpartner Becker und dieser schoss aus 16 Metern flach ein (12.), dann spitzelte Awoniyi den Ball an Werder-Keeper Jiri Pavlenka vorbei ins Netz (28).

Bundesliga: Torjäger der Saison 2020/21

Von Bremen kam hingegen fast nichts. Erst, als Unions Schlussmann Andreas Luthe ein Fehlpass unterlief, setzte Leonardo Bittencourt den ersten Schuss deutlich über das Tor (23.). Als Romano Schmid (45.) den vermeintlichen Anschlusstreffer erzielt hatte, wurde das Tor wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt.

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Auch nach der Pause wurden die Hausherren nicht zwingend genug. Erst der eingewechselte Davie Selke hatte nach einer Ecke die erste Chance nach dem Seitenwechsel (66.).

Füllkrug bei Werder mit Comeback

Stattdessen vergab Union mehrmals die Entscheidung. Erst schoss Grischa Prömel nach einem Konter knapp daneben (56.), dann brachte Awoniyi den Ball aus drei Metern nicht aufs Tor (69.).

Bei Werder gab es kein Aufbäumen mehr. Auch der eingewechselte Stürmer Niclas Füllkrug brachte in der Schlussphase bei seinem Comeback nach überstandener Knieverletzung keinen Schwung mehr.

"Ich hatte erwartet, dass meine Mannschaft aktiv ist und presst. Das haben wir teilweise gemacht. Aber wenn du ein Eins-gegen-Eins hast, dann musst du es auch mal gewinnen", erklärte Kohfeldt angefressen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)