Union zerpflückt Bielefeld und feiert historischen Sieg

SID
·Lesedauer: 3 Min.

Der 1. FC Union Berlin hat dank eines sehr gut aufgelegten Spielmachers Max Kruse seine Erfolgsserie in der Bundesliga ausgebaut und klettert in der Tabelle weiter nach oben.

Ex-Nationalspieler Kruse führte die Berliner zu Hause gegen den schwachen Aufsteiger DSC Arminia Bielefeld zu einem völlig verdienten 5:0 (3:0)-Erfolg. Es ist der höchste Bundesliga-Sieg der Berliner (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Vor leeren Rängen im Stadion an der Alten Försterei trafen Keita Endo (3.), Robert Andrich (13.), Sheraldo Becker (45.+ 2), Kruse (52., Foulelfmeter) und Cedric Teuchert (89.) für die Hausherren, die im sechsten Spiel in Folge ungeschlagen blieben. Kruse stellte mit seinem Treffer den Langzeit-Rekord von Jochen Abel ein (VfL Bochum, Schalke 04, Fortuna Düsseldorf), der als erster Schütze bis 1983 alle seine 16 Strafstöße verwandelt hatte (Service: Tabelle der Bundesliga).

Trimmel spricht vom "perfekten Spiel"

Unions Spielführer Christopher Trimmel meinte nach dem historischen Sieg und dem vorübergehenden Erreichen des vierten Platzes: "Wir haben über 90 Minuten sehr viel richtig gemacht. Wir waren immer kompakt und haben die Angriffe konsequent zu Ende gespielt. Es war fast ein perfektes Spiel." Torschütze Robert Andrich fügte an: "Wir haben alles beherrscht von Anfang an und haben mit dem Ball gute Sachen gemacht. Das ist ein überragender Sieg."

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Die Köpenicker übernachten auf einem Champions-League-Platz. Trotzdem tritt Trimmel auf die Euphorie-Bremse. "So weit sind wir noch nicht. Wir haben bis jetzt fast immer sehr gute Spiele gezeigt und machen eine gute Entwicklung. Die Schwierigkeit ist aber so weiter zu machen."

Bielefeld indes geht schweren Zeiten entgegen. Die erschreckend harmlosen Ostwestfalen kassierten ihre fünfte Niederlage in Folge und stecken mit nur vier Punkten im Tabellenkeller fest. Arminen-Trainer Uwe Neuhaus, der von 2007 bis 2014 Union trainiert hatte, erlebte bei seiner Rückkehr ein böses Erwachen.

Klos zürnt: "Auf die Fresse bekommen"

"In den ersten 15 Minuten hat nichts gepasst und in den folgenden Minuten bis zum Abpfiff auch nicht. Das war eine Katastrophe von Sekunde eins an. Wir haben schön auf die Fresse bekommen. Vielleicht hilft es aber", kritisierte Bielefelds Kapitän Fabian Klos. Der weiterhin torlose Stürmer fügte an: "Wir haben zwei Wochen Zeit die Dinge ganz klar anzusprechen." (Service: Spielplan der Bundesliga)

Eine zentrale Rolle im Spiel von Union nahm Kruse ein, der das 1:0 geschickt vorbereitete. Der Ex-Nationalspieler schickte den schnellen Becker aus abseitsverdächtiger Position auf die Reise. Becker legte quer auf Endo, der sicher abschloss. Der Videobeweis bestätigte den Treffer, neben dem Stadion feierte eine Gruppe von Fans lautstark die Führung.

Kurz darauf leitete Kruse auch das 2:0 ein. Erstaunlich dabei war, wie viel Platz Bielefeld dem Routinier einräumte. Kruse stand lange Zeit auf der linken Seite völlig allein, ehe er den Ball bekam und Andrich in der Mitte passgenau bedienen konnte.

Beflügelt von der Führung und gelenkt von einem wachsamen und spielfreudigen Kruse bestimmte Union weiterhin das Geschehen, auch wenn Bielefeld immer mal wieder an den Strafraum der Hausherren vordringen konnte. Die selbstbewusste Körpersprache und die Ballsicherheit der Gastgeber beeindruckten.

Becker entscheidet Partie früh

Pech hatte Union, dass Torschütze Endo ohne Einwirkung des Gegners verletzt ausgewechselt werden musste.

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Kruse, der Unions Auftritte spielerisch enorm bereichert, führte den Ball immer wieder gekonnt durchs Mittelfeld und baute gefährliche Angriffe auf. Der 32-Jährige verteidigte allerdings auch nach hinten und war bei Standards zur Stelle. Kurz vor der Pause bediente er wieder Becker, und der Stürmer schloss zur beruhigenden 3:0-Halbzeitführung ab.

Nach dem Wechsel blieb Union überlegen. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck (Freiburg) entschied nach einem Foul an Akaki Gogia auf Strafstoß, Kruse ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte sicher. Jetzt jubelte auch Unions sonst eher besonnener Trainer Urs Fischer und klatschte euphorisch Beifall.