Unilever verkauft seine Margarine-Sparte an Finanzinvestor KKR

Der britisch-niederländische Konsumgüterriese Unilever hat einen Käufer für seine Margarine-Sparte gefunden. Der US-Finanzinvestor KKR erwirbt das Geschäft für 6,8 Milliarden Euro, wie Unilever am Freitag mitteilte. Der Konzern hatte bereits im April angekündigt, die Sparte zu verkaufen.

In Deutschland sind nach früheren Angaben der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) rund 300 Arbeitsplätze betroffen. Margarine der Marken Lätta, Becel und Sanella wird demnach hierzulande in Kleve in Nordrhein-Westfalen, in Hamburg und in Wittenberg-Pratau in Sachsen-Anhalt hergestellt.

Unilever hatte im April nach dem erfolgreich abgewendeten Übernahmeversuch durch den US-Konkurrenten Kraft Heinz angekündigt, die Rendite bis 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen. Dazu gehörte der Verkauf der Margarine-Sparte.

Die NGG-Vorsitzende Michaela Rosenberger kritisierte im November die "Kurzfrist-Ökonomie" des Konzerns: Unilever habe im Wesentlichen Aktionäre, potenzielle Investoren und Analysten im Blick. "Die Beschäftigten sind die Leidtragenden."

Unilever ist einer der größten Konsumgüterhersteller der Welt mit einem Umsatz von 53 Milliarden Euro. In Deutschland beschäftigt der Konzern rund 5000 Mitarbeiter an elf Standorten, die Produkte etwa der Marken Pfanni und Knorr herstellen.

Kraft Heinz hatte im Februar sein Angebot für Unilever zurückgezogen, mit dem das niederländische Unternehmen mit 143 Milliarden Dollar bewertet worden war. Unilever hatte das Angebot als zu niedrig zurückgewiesen.