Unilever kauft südkoreanischen Kosmetikhersteller


Der Axe-Hersteller Unilever kauft für stolze 2,3 Milliarden Euro einen kleinen Kosmetik-Hersteller in Südkorea zu. Damit geht Firmenchef Paul Polman in die Offensive: Zuletzt hatte der Nachhaltigkeits-Verfechter eher in der Nische zugekauft – etwa bei Bio-Tee und veganer Mayonnaise. inzwischen setzen ihn aktivistische Investoren unter Druck, sich wieder stärker auf den klassischen Geschäftserfolg zu konzentrieren.

Analysten meinen, dass sich der Deal für den britisch-niederländischen Konzern auszahlen könnte – trotz des hohen Kaufpreises für das Unternehmen Carver Korea mit nur 321 Millionen Euro Umsatz. Unilever könnte so nämlich seine Ambitionen, in den höherpreisigen Kosmetikmarkt mit seinen höheren Margen vorzudringen, unterstreichen.

„Der Preis liegt am oberen Ende dessen, was Unilever zu zahlen pflegt, aber es ist ziemlich profitable und 35 Prozent der Verkäufe gehen nach China – also investieren sie im Kernland der derzeitigen Beauty-Trends“, sagte Jefferies-Analyst Martin Deboo der Agentur Bloomberg. Unilever baut derzeit eine Prestige-Kosmetik-Sparte auf, um Marken wie Dermalogica, Ren und Murad. Der Zukauf Carver ist für seine Marke AHC bekannt, unter der etwa Feuchtigkeitscremes und Sonnenmilch verkauft werden.


Der Verkauf dürfte ein gutes Geschäft für Goldman und Bain sein, die erst im vergangenen Jahr 80 Prozent an dem Unternehmen gekauft hatte und es nun schon wieder losschlagen. Damals erzielte der Kosmetikhersteller einen operativen Gewinn von 137 Millionen Euro vor Abschreibungen.

Südkorea gilt als Trendmarkt – für Asien und die ganze Welt. Allein für Hautpflege werden die Einwohner des Landes in diesem Jahr 6,3 Milliarden Dollar ausgeben. Das lockt Investoren: Bain Capital etwa zahlte zuletzt 816 Millionen Dollar für den Kosmetikhersteller Hugel.

Die zunehmenden Spannungen mit Südkorea und in der Folge auch mit China belasten jedoch den Markt. Südkoreas größter Kosmetikkonzern Amorepacific meldete zuletzt sinkende Gewinne.