Uniklinik-Ärzte und Arbeitgeber vertagen Tarifverhandlungen

HANNOVER (dpa-AFX) - Die Tarifverhandlungen für rund 20 000 Ärzte in 23 Universitätskliniken sind am Mittwoch ohne Ergebnis vertagt worden. Noch klafften die Positionen weit auseinander, und es sei zu früh, um von einer Annäherung zu sprechen, teilte der Verhandlungsführer der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Christian Twardy, am Mittwoch mit. Eine neue Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sei für Februar 2020 angesetzt worden.

Der Marburger Bund fordert unter anderem sechs Prozent mehr Gehalt, eine automatisierte Erfassung der Arbeitszeit, zusätzlichen Urlaub für Nachtarbeit und Dienst an maximal zwei Wochenenden im Monat, inklusive Bereitschaft. Im Schnitt seien die Ärztinnen und Ärzte 56 Stunden pro Woche im Einsatz, hieß es bei der Gewerkschaft. Die Grenze der Belastbarkeit sei überschritten.

Für die TdL verhandelte der niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU). Ein Sprecher seines Ministeriums bestätigte die Vertagung. Wegen der Vielzahl von Forderungen des Marburger Bundes sei die Zeit zu kurz gewesen, um über alles verhandeln und entscheiden zu können. Beide Seiten lägen noch weit auseinander. Zusätzlich wolle sich die TdL am Tarifabschluss für den Öffentlichen Dienst von Anfang 2019 orientieren.