Uni-Hörsaal: Kirche St. Laurentius könnte demnächst Studenten beherbergen

Die Gemeinde gibt die Kirche auf.

Die Tage von St. Laurentius als Gotteshaus sind gezählt. Am 22. Oktober wird die Kirche in Lindenthal im Rahmen einer heiligen Messe feierlich außer Dienst gestellt. Am Ende des Gottesdienstes wird das Ewige Licht gelöscht und das Allerheiligste in die Pfarrkirche St. Stephan überführt. Später werden Kunstgegenstände entfernt. Danach hat die Universität Gelegenheit zu Voruntersuchungen, bei denen festgestellt werden soll, ob sich der Kirchenraum zum Vorlesungsraum umnutzen lässt.

Schon vor Jahren hatten Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand und Pastoralteam der Gemeinde St. Stephan, zu der St. Laurentius, St. Albertus Magnus und St. Thomas Morus gehören, entschieden, „dass aus pastoraler Sicht die Gründe überwiegen, die liturgische Nutzung von St. Laurentius als Gottesdienstort aufzugeben“.

So heißt es in der von Pfarrer Thomas Iking unterzeichneten Einladung zur letzten Messe im Oktober, die am vorigen Sonntag an die knapp ein Dutzend Gottesdienstbesucher verteilt wurde. Am Freitag erläuterten Iking und Franz Schoser, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, wie es zu dem Entschluss gekommen ist.

Gemeinde schrumpft immer weiter

Die Gemeinde sei immer weiter geschrumpft, unter anderem weil die Universität in dem ursprünglichen Wohnviertel mehr und mehr Gebäude für ihre Zwecke, etwa zur Unterbringung von Instituten, übernommen habe. Seit etwa 1985 habe es in St. Laurentius keine Taufen, Trauungen und Trauerfeiern mehr gegeben, sagte Iking. Das Gemeindeleben bestehe nur noch aus den Treffen des Seniorenkreises sowie den Gottesdiensten an Sonntagen und einmal unter der Woche.

„Die Gemeinde ist mehr oder weniger ausgeblutet“, sagte Schoser. „Kirchenschließungen sind immer schmerzhaft und fallen niemandem leicht“, ist in der Einladung zur finalen Messe zu lesen. „Denn jedes Mal sind mit einem sakralen Raum, so wie hier mit St. Laurentius, persönliche Erinnerungen und Gefühle verbunden Darüber hinaus symbolisieren Kirchen für Gläubige Gottes-Gegenwart in der Welt.“

Immerhin scheine es dank der Kooperation mit der Universität möglich, den Bau, dessen Umgestaltung der Denkmalschutz Grenzen setzt, als „öffentlichen Ort“ zu erhalten.

Die Gespräche seien „konstruktiv“, sagte ein Sprecher der Universität. Das Gebäude solle von der Philosophischen Fakultät genutzt werden; noch aber sei nichts unterschriftsreif. Die Pfarrgottesdienste finden nach dem 22. Oktober nur noch in St. Stephan, St. Albertus und St. Thomas Morus statt....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta