Unheimliche Bitcoin-Rekordjagd - Kunstwährung über 11.000 Dollar

Die Digitalwährung Bitcoin ist an großen Handelsbörsen wie Bitstamp oder Coinbase über die Marke von 11.000 US-Dollar gestiegen, an einzelnen, kleineren Handelsplätzen auf bis zu 11.800 Dollar.

Seit Beginn des Jahres hat sich der Wert der Digitalwährung verzehnfacht. Die Meinungen, ob dieser gewaltige Kursanstieg nachhaltig ist, gehen an den Finanzmärkten stark auseinander.

Januar 2017     - 1.000 Dollar

Juni                  - 3.000 Dollar

September      - 5.000 Dollar

Nov (Anfang)  - 7.000 Dollar

29. November - 11.000 Dollar

Der Finanzinformationsdienst Bloomberg zeigt bereits Wege auf, wie man verdienen kann, wenn die Bitcoin-Blase irgendwann platzt.

Naeem Aslam, Analyst, THINK MARKETS, London :

"Vielleicht willst du dein Bitcoin nicht ausgeben, weil der Kurs in den nächsten fünf oder zehn Minuten weiter steigt. Ich meine, der Aspekt der Volatilität ist sicher etwas, das man in den Griff kriegen muss. Ich sehe da über kurz oder lang sowas wie Regeln auf uns zukommen."

Bitcoin ist eine digitale Währung, auch Kryptowährung genannt. Nutzer kaufen sie ausschließlich über das Internet. Die Währung besteht aus Zahlencodes, die sich mit jeder Transaktion neu verschlüsseln. Die Nutzer verwahren ihre Bitcoin in sogenannten Wallets, das sind digitale Portemonnaies, die sich als Software herunterladen lassen.

Eine Zeit lang ließ sich der extreme Kursanstieg noch erklären: Mehr und mehr Händler akzeptieren Bitcoin anstelle der Kreditkarte, einige Terminbörsen ließen den Handel mit sogenannten Futures auf Bitcoin zu. Das machte die digitale Währung auch für den Massenmarkt attraktiv.

Doch inzwischen scheint sich eine Spekulationsblase zu bilden. Für die aktuelle Rekordjagd sehen Experten keine nachvollziehbare Begründungen mehr und sprechen von einer "allgemeinen Spekulation auf die Digitalwährung". Mehr und mehr Laien steigen in das Geschäft mit Bitcoin ein und heizen so die Nachfrage weiter an.

„Bitcoins haben keine nützliche gesellschaftliche Funktion,“ so US-Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz. „Sie sollten verboten werden.“

su mit dpa