UNHCR: Flüchtlingsmädchen weltweit bei Bildung besonders stark benachteiligt

UNHCR-Bericht zu Flüchtlingsmädchen

Flüchtlingsmädchen leiden einem Bericht zufolge weltweit unter besonders schlechten Bildungschancen. Sie würden im Durchschnitt nur halb so oft eine weiterführende Schule besuchen wie gleichaltrige Jungen auf der Flucht, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Report des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Für die Bildung der Mädchen müssten "enorme Hürden" überwunden werden, erklärte UNHCR-Chef Filippo Grandi. Er forderte einen "internationalen Kraftakt".

Dem Bericht zufolge scheitert der Schulbesuch von Flüchtlingskindern vor allem am Geld: Die Kosten für Bücher oder Schuluniformen sind demnach für viele Eltern zu hoch. Mädchen hätten es allerdings wegen der sozialen und kulturellen Normen ihrer Herkunftsländer bedeutend schwerer. Die Familien würden Mädchen eher im Haushalt einsetzen als zur Schule zu schicken.

Zudem halten dem Report zufolge Infrastruktur- und Sicherheitsprobleme die Mädchen vom Schulbesuch ab. Die Bildungschancen unterscheiden sich auch zwischen den verschiedenen Aufnahmeländern. In Kenia und Äthiopien beispielsweise kommen auf 10 eingeschulte Flüchtlingsjungen nur vier Mädchen.

"Flüchtlingsmädchen benötigen besseren Schutz vor Belästigung, sexuellen Übergriffen und Entführung auf dem Schulweg", heißt es in dem Report. Fehlende Bildung erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass Mädchen zu Opfern von Ausbeutung, Gewalt und Kinderheirat werden.

"Wenn wir die Ausbildung von Flüchtlingsmädchen weiter vernachlässigen, werden die Konsequenzen mit Sicherheit noch über mehrere Generationen hinweg zu spüren sein", warnte Grandi.