Unglaubliches Radarbild des Mondes wurde tatsächlich von der Erde aus aufgenommen

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Ein neuer Sender, der am größten steuerbaren Radioteleskop der Welt angebracht wurde, hat ein unglaubliches Bild der Landestelle von Apollo 15 eingefangen – indem er Radiowellen, die vom Mond zurückgeworfen wurden, aufgezeichnet hat.

Das Radarbild von der Stelle, wo Apollo 15 1971 landete. Die schlangenartige Linie ist die Mondrille Rima Hadley. Sie ist ein Überbleibsel vulkanischer Aktivität, wahrscheinlich eine eingestürzte Lavaröhre. (NRAO/GBO/Raytheon/NSF/AUI)
Das Radarbild von der Stelle, wo Apollo 15 1971 landete. Die schlangenartige Linie ist die Mondrille Rima Hadley. Sie ist ein Überbleibsel vulkanischer Aktivität, wahrscheinlich eine eingestürzte Lavaröhre. (NRAO/GBO/Raytheon/NSF/AUI)

Laut Forschern des National Radio Astronomy Observatory (NRAO) in West Virginia könnte das Radargerät verwendet werden, um unglaublich detaillierte Bilder von erdnahen Objekten wie Asteroiden oder Monden, die andere Planeten umkreisen, aufzunehmen.

Der von Raytheon Intelligence and Space entwickelte Radarsender wurde am Green Bank Telescope (GBT) des Green Bank Observatory (GBO) angebracht und sendete ein Radarsignal an den Mond. Das reflektierte Signal wurde von dem Radiointerferometer Very Long Baseline Array (VLBA), aufgefangen, dessen zehn Antennen über zehn Standorte in den USA verteilt sind.

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Die Forscher planen, das Teleskop mit einem neuen, leistungsfähigeren Sender auszustatten. Dieser ermöglicht dann eine noch bessere Erkennung und Abbildung von kleinen Objekten, die an der Erde vorbeiziehen – von Monden, die um andere Planeten kreisen, und von anderen Trümmern im Sonnensystem.

Die Technologie wurde im Rahmen eines kooperativen Forschungs- und Entwicklungsabkommens zwischen dem NRAO, dem GBO und Raytheon entwickelt. Tony Beasley, Direktor des NRAO, sagte: „Dieses Projekt eröffnet sowohl für das NRAO als auch für das GBO eine ganz neue Bandbreite an Möglichkeiten.“

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„Wir haben schon früher an wichtigen Radarstudien des Sonnensystems teilgenommen, aber die Umwandlung des GBT in einen steuerbaren planetaren Radarsender wird unsere Möglichkeiten, faszinierende neue Forschungsansätze zu verfolgen, erheblich erweitern.“

Die Forscher wollen ein 500-Kilowatt-Hochleistungsradarsystem bauen, das Objekte im Sonnensystem mit noch nie dagewesener Detailtreue und Empfindlichkeit abbilden kann.

Verständnis des Sonnensystems verbessern

Die gesteigerte Leistung wird es den Astronomen auch ermöglichen, Radarsignale bis zu den Umlaufbahnen von Uranus und Neptun zu nutzen und so unser Verständnis des Sonnensystems zu verbessern.

Karen O’Neil, GBO-Standortleiterin, sagte: „Das geplante System wird ein großer Fortschritt in der Radarwissenschaft sein und den Zugang zu nie zuvor gesehenen Details des Sonnensystems von der Erde aus ermöglichen.“

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„Die Radartechnik von Raytheon könnte letztlich unsere Möglichkeiten zur Erforschung des Sonnensystems verbessern“, sagte Steven Wilkinson, leitender Ingenieur bei Raytheon Intelligence & Space. „Die Zusammenarbeit mit der Astronomie-Gemeinschaft ermöglicht es uns, jahrzehntelanges Radar-Know-how für ein Projekt einzusetzen, das hochauflösende Bilder von erdnahen Objekten liefert.“

Das NRAO und das GBO sind Einrichtungen der National Science Foundation, die unter einem Kooperationsvertrag von Associated Universities betrieben werden.

Rob Waugh

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