«Unglückliche» Männer suchen Schutz unter Wasserfall

Das Wasser des Hirahara-no-taki soll Krankheiten und und Unglück fernhalten. Foto: Ben Weller

In Japan haben Männer in ihren «unglücklichen Jahren» gemäß einem Jahrtausende alten Brauch Schutz unter einem Wasserfall gesucht.

Bei einer jährlichen Eröffnungszeremonie am Wasserfall Hirahara-no-taki in der zentraljapanischen Stadt Nishio ließen am Wochenende Männer in traditioneller weißer Tracht mit weißen Stirnbändern das kalte Wasser über sich ergehen.

Nach uraltem Glauben heilt das Baden in dem heiligen Wasser des Hirahara-no-taki Krankheiten und hält Unglück fern. Ein berühmter buddhistischer Priester namens Ennin soll ihn vor rund 1100 Jahren entdeckt haben.

Die Teilnehmer der Zeremonie sind Männer, die sich nach japanischer Vorstellung in «unglücklichen Jahren» befinden - Jahren, in denen viel Unglück passieren kann. Das sind bei Männern das 25., 42. und 61. Lebensjahr, wobei dies nach heutiger Zählweise nicht dem tatsächlichen Alter entspricht. Denn nach dem uralten Glauben ist man schon ein Jahr alt, wenn man geboren ist - und nach jedem Neujahr wird man ein Jahr älter.