Ungeduld: So entwickeln Sie mehr Geduld und Gelassenheit

Stephanie Ernst
·Lesedauer: 5 Min.

Ungeduld kann Sie rastlos und unzufrieden machen. GALA verrät Ihnen, wie Sie Geduld üben können, um in jeder Situation gelassen zu bleiben.

Ungeduld: Lächelnde Frau auf dem Sofa.
Ungeduld: Lächelnde Frau auf dem Sofa.

Ungeduld: Woher kommt sie?

"Warum dauert denn das so lange!" Haben Sie sich schon mal darüber geärgert, dass Dinge nicht schnell genug ablaufen? Willkommen im Team der Ungeduldigen! Die Ungeduld treibt uns zwar zu guten Ergebnissen an, macht aber auch oft rastlos und nervös.

Manche Menschen bleiben immer gelassen, egal, was gerade passiert. Andere werden sehr unruhig, wenn nichts voran geht oder etwas nicht sofort gelingt. Manchmal schlägt die Ungeduld in Ärger und Frust um – dann ist die Laune dahin.

Aber woher kommt diese innere Ungeduld eigentlich, die Sie so oft spüren? Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Persönlichkeit: Wer etwas neurotisch veranlagt ist, ist leicht reizbar und neigt dazu, schneller aus dem emotionalen Gleichgewicht zu geraten. Neurotische Personen regen sich deshalb auf, wenn etwas zu langsam abläuft. Nicht-neurotische Personen reagieren weniger emotional und bringen daher auch mehr Geduld mit.

  • Erziehung: Wer gelernt hat, dass Leistung zählt, wird bei langsamen Entwicklungen und fehlenden Ergebnissen nervös.

  • Leistungsdruck: Befinden Sie sich in einer Umgebung, in der viel von Ihnen gefordert wird, steigt die Anspannung, wenn etwas zu langsam abläuft. Geduld bewahren fällt dann sehr schwer.

  • Unterforderung: Auch das andere Extrem kann Ungeduld fördern. Sind Sie im Alltag oder im Job nicht genug gefordert, reagieren Sie genervt und gelangweilt. Dass kann in Ungeduld umschlagen, die Sie zur nächsten Aufgabe treibt.

Egal, welche Gründe Ihre Ungeduld hat, Sie müssen sich nicht damit abfinden. Folgende Tipps helfen dabei, geduldiger und gelassener zu werden.

Mehr Geduld durch Meditation

Wie können Sie sich von Ihrer Ungeduld befreien? Das Zauberwort heißt Entschleunigung. Bei Ungeduldigen tickt die innere Uhr besonders schnell: Jede tatenlose Minute ist nur schwer zu ertragen. In Gedanken sind wir schon bei der nächsten Herausforderung, bevor wir die aktuelle Aufgabe abgeschlossen haben. Meditation ist nicht nur eine der besten Anti-Stress Strategien – sie kann Ihnen auch dabei helfen, Ihre Ungeduld zu besiegen.

Beim Meditieren geht es um eine bewusste Atmung, bei der Sie Körper und Geist zur Ruhe bringen. Hinsetzen und an nichts denken: Für eine ungeduldige Person ist das eine echte Herausforderung! Aber je öfter Sie meditieren, desto größer wird Ihre innere Ruhe. Meditation ist eine wunderbare Möglichkeit, um Stress abbauen zu können und Ungeduld in Geduld zu verwandeln.

Sie haben bisher noch nie meditiert? Hier erfahren Sie, wie eine Meditation für Anfänger gelingt.

Durch Slowfood Geduld trainieren

Wann haben Sie sich das letzte Mal ganz bewusst Zeit für Ihr Abendessen genommen? Im Alltag muss es oft so schnell gehen, dass eine ausgewogene Ernährung dabei zu kurz kommt. Wir hetzen von einer Aufgabe zur nächsten und wollen dabei bloß keine Zeit verlieren. Wenn Sie Ihre Ungeduld besiegen möchten, sollten Sie üben, sich wieder ganz bewusst mehr Zeit zu lassen. Zum Beispiel beim Essen! Der Slowfood-Trend kann Ihnen dabei helfen.

Wie der Name verrät, geht es beim Slowfood um einen langsamen und damit ganz bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Also genau das Gegenteil vom Fastfood, bei dem die Nahrungsaufnahme nicht schnell genug sein kann.

Bei einem Slow Food Gericht kochen Sie frisch und nehmen sich anschließend Zeit für das Essen. Slow Food ist ein Lifestyle, der wunderbar beim Entschleunigen hilft und Sie dazu bringt, Lebensmittel viel mehr wertschätzen zu können.

Pluspunkt: Slow Food soll beim Stoffwechsel anregen helfen!

Dankbarkeitsübungen gegen Ungeduld

Schneller, besser, weiter! Der große Leistungsdruck innerhalb der Gesellschaft bringt uns dazu, eine große Ungeduld zu entwickeln, wenn wir nicht sofort mit perfekten Ergebnissen punkten können. Dabei vergessen wir oft eine wichtige Sache: Dankbarkeit! Also all das schätzen zu können, was wir bereits haben.

Eliminieren Sie Ihre Ungeduld durch gezielte Dankbarkeitsübungen. So richten Sie den Blick wieder gezielt aufs Hier und Jetzt und lösen sich für einen Moment von jeglichen, nicht greifbaren Zukunftsvorstellungen. Dadurch wird Ihnen plötzlich wieder bewusst, was Sie wirklich schätzen. Seien es tolle Freundschaften, eine wunderbare Partnerschaft oder auch nur ein Dach über den Kopf.

Dankbarkeitsübungen sind zum Beispiel:

  • Das Dankbarkeits-Tagebuch: Hier werden täglich vor dem Schlafengehen drei Dinge notiert, für die Sie dankbar sind.

  • Das Dankbarkeits-Morgenritual: Nach dem Aufstehen benennen Sie eine konkrete Sache, für die Sie wirklich dankbar sind.

  • Die Dankbarkeits-Nachricht: Nehmen Sie sich vor, sich in dieser Woche bei drei lieben Menschen zu bedanken, auf die Sie sich immer verlassen können.

Wer dankbar sein trainiert, löst nicht nur Ungeduld auf, sondern auch Unzufriedenheit. Hier finden Sie weitere gute Achtsamkeitsübungen für den Alltag.

Neue Herausforderungen machen ausgeglichener

Da ein Hauptgrund für Ungeduld Unterforderung ist, könnte es an der Zeit sein, sich neuen Aufgaben zu stellen. Sollte das in Ihrem beruflichen Umfeld nicht möglich sein, können Sie sich immer noch privat in neue Herausforderungen stürzen.

Wie wäre es mit einem neuen Hobby? Wir alle haben etwas, das wir schon immer lernen wollten, wofür wir aber nie wirklich die Zeit dafür gefunden haben. Sich bewusst Zeit für neue Projekte zu nehmen, die Sie wirklich fordern, kann Ihre Ungeduld auf ein Minimum reduzieren.

Die Ungeduld mit Yoga wegtrainieren

Achtung: Die falsche körperliche Aktivität kann Ihre Ungeduld sogar anfeuern! Intensive dynamische Sportarten wie das beliebte HIIT-Training, Tabata oder ein Hantel-Workout werden durch das hohe Tempo von vielen Ungeduldigen favorisiert. Was Ihnen aber mehr Gelassenheit und Ruhe schenken würde, ist Yoga!

Zugegeben, für ungeduldige Personen könnte es anfangs etwas schwierig werden: An das gemäßigte Tempo und das lange Halten der typischen Yoga-Posen muss man sich erstmal gewöhnen. Aber halten Sie durch!

Yoga strafft den Körper und hilft Ihnen gleichzeitig dabei, zu entspannen. Sie können dabei ganz bewusst Ihre To-Do-Liste vergessen und eine Zeit lang abschalten. Ihre Ungeduld wird durch Yoga mit der Zeit ganz einfach wegtrainiert. Kein Wunder, dass so viele Stars absolute Yoga-Fans sind!

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Mehr Geduld durch feste Morgen- und Abendroutinen

Routinen bringen Ihnen mehr Ruhe im Alltag. Sie sind eine Art Anker, der uns Ruhe und Kraft schenkt – auch wenn es nicht so läuft, wie wir es uns wünschen. Starten Sie mit einer festen Morgenroutine und beenden Sie den Tag mit einer Abendroutine, die Ihnen beim Entspannen und Abschalten hilft. Dann hat Nervosität keine Chance mehr.

Probieren Sie doch mal die genannten Tipps aus – Sie werden in Zukunft viel gelassener und geduldiger bleiben!