Ungarn sagt Konferenz mit ultrarechten Rednern in Budapest ab

Ultrarechter Ex-"Breitbart"-Schreiber Yiannopoulos

Ungarn hat eine für Ende Januar in Budapest geplante Konferenz mit ultrarechten Rednern abgesagt. Die Veranstalterin, eine regierungsnahe Stiftung, erklärte am Dienstag, die Kontroverse um die Teilnahme des britischen Bloggers Milo Yiannopoulos und anderer Redner wie der deutsche Verleger Götz Kubitschek habe das Ereignis zum "Objekt parteipolitischer Kämpfe" gemacht. Damit sei vor der Parlamentswahl im Frühjahr eine "freie Debatte unter verschiedenen Meinungen ohne Störungen unmöglich".

Die ungarische Regierung wollte die Konferenz "Die Zukunft Europas" vom 23. bis 25. Januar ausrichten. Außer Yiannopoulos, der früher für das ultrarechte US-Internetportal "Breitbart" arbeitete, war auch der ungarische Außenminister Peter Szijjarto angekündigt. Yiannopoulos ist in den USA einer der Wortführer der sogenannten Alt-Right-Bewegung. Er ist wie der ungarische Regierungschef Viktor Orban ein überzeugter Anhänger von US-Präsident Donald Trump.

Kubitschek war als Hauptredner bei einer Gesprächsrunde über "Einwanderungsdruck in Europa" und die "Bewahrung unserer Werte und des Christentums" vorgesehen. Der Mitbegründer des neurechten Instituts für Staatspolitik trat mehrfach bei anti-islamischen Demonstrationen der völkisch-nationalistischen Pegida-Bewegung auf. Kubitschek pflegt zudem enge Kontakte zum rechten Rand der Partei Alternative für Deutschland (AfD).

Voraussichtlich im April wählt Ungarn ein neues Parlament. Es wird mit dem Sieg von Orbans rechtspopulistischer Fidesz-Partei gerechnet. Orban würde damit zum dritten Mal in Folge Ministerpräsident.