Ungarn: George Soros reagiert auf Orbans Anschuldigungen

George Soros ist der ungarischen Regierung um Ministerpräsident Victor Orban ein Dorn im Auge: Gegen den jüdisch-amerikanischen Milliardär, der in Ungarn geboren ist, läuft in seiner einstigen Heimat eine Fragebogen-Aktion der Orban-Regierung.

Im Sommer ließ man im ganzen Land Plakate anbringen, die Soros mit einem teuflisch wirkenden Lächeln zeigten. Jüdische Organisationen hatten dies als antisemitisch kritisiert.

Man wirft ihm vor, eine Migranten-Invasion in Europa geplant zu haben. Die ungarische Bevölkerung soll Suggestivfragen zum angeblichen “Soros-Plan” beantworten.

Diese Woche brach der Top-Investor erstmals sein Schweigen über die Kampagne gegen ihn: Die Regierung würde seine Ansichten zu Migranten und Flüchtlingen absichtlich verzerren, um die Ungarn zu verwirren. Man wolle ein Feinbild außerhalb des Landes aufbauen.

Die Kampagne schüre im Land eine “anti-muslimische Stimmung” und erinnere an die “antisemitische Rhetorik der 30er Jahre”, so steht es auf seiner Internetseite. In der Mitteilung reagiert der 87-jährige Philanthrop auch auf die Anschuldigungen, die Orbans nationalkonservative Fidesz-Partei regelmäßig gegen ihn äußert.

Für einen Sprecher seiner Open Society-Stiftung in Budapest steht fest, man werde nicht mit der Plakatkampagne der ungarischen Regierung konkurrieren: “Es ist offensichtlich, dass wir keine Milliarden für eine Kommunikationskampagne ausgeben werden. Wir geben unsere Mittel für sinnvolle Zwecke aus. Wir machen kein Marketing, wir kommunizieren mit der Bevölkerung wie früher, über die Medien.”

Nachdem Soros auf die Kampagne erstmals reagierte, wurde die Umfrage in Ungarn verlängert. Rund 2 Millionen Fragebögen seien bereits beantwortet worden, so die Regierung.

Mehr zum Thema und zur Lage in Ungarn haben unsere Euronews Reporter in der Insiders Polit-Reportage “Ungarn – Von Feinden umzingelt”.