Ungarn: Das ist der Chef der rechtsnationalen Partei Jobbik

Gábor Vona ist Mitgründer und Chef der ungarischen Partei " Jobbik, Bewegung für ein besseres Ungarn ."

Diese ist stramm rechtsnational, populistisch und EU-feindlich, zudem wurde und wird auch die Grenze zu Antisemitismus und Antiziganismus immer wieder überschritten.

So machte die 2003 gegründete Partei anfangs gemeinsame Sache mit dem rechtsradikalen Antisemiten István Csurka.

Und bei der Europawahl 2009 ging Jobbik mit der juden- und israelfeindlichen Anwältin Krisztina Morvai ins Rennen. Sie holten drei Sitze.

2007 gründete Vona zudem die rechtsextreme, paramilitärische Ungarische Garde, die sich nach einem Verbot wegen Roma-Hasses neu gründete.

Bei der letzten Parlamentswahl in Ungarn vor vier Jahren kam Jobbik auf 20,3 Prozent. Bei der Europawahl im selben Jahr konnte die Partei gut 15 Prozent einheimsen.

Inzwischen will der 39 Jahre alte studierte Historiker Vona seine Partei in moderatere Fahrwasser steuern - moderat für seine Verhältnisse.

Vom Antisemitismus distanzierte sich Vona, der sich selbst allerdings weiterhin als Antizionisten bezeichnet.

Auch die scharfe homophobe Rhetorik wurde zumindest in der Öffentlichkeit etwas zurückgefahren.

Eine Volkspartei sein man, so Vona. Mögliche Koalitionen mit der grünen LMP oder den Liberalen von Momentum seien denkbar.

Tatsächlich ist Jobbik inzwischen die zweitbeliebteste Partei in Ungarn und liegt hinter Fidesz von Regierungschef Viktor Orban stabil zwischen 12 und 17 Prozent.