Unesco vor Wahl einer neuen Spitze

Unesco-Generalsekretärin Bokova

Die Unesco steht vor der Wahl einer neuen Führungspersönlichkeit: Der Exekutivrat der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur trat am Mittwoch in Paris zusammen, um die Prozedur vorzubereiten. Um die Nachfolge der scheidenden bulgarischen Generaldirektorin Irina Bokova bewerben sich acht Kandidaten. Bokova steht der Unesco seit 2009 vor.

Als aussichtsreichste Bewerber gelten die Ägypterin Muschira Chattab, der Chinese Qian Tang und die Französin Audrey Azoulay. Die eigentliche Wahl beginnt am Montag und umfasst mehrere Durchgänge. Sie kann bis zu vier Tage dauern.

Die arabischen Staaten haben insgesamt vier Kandidaten aufgestellt und machen Druck, damit erstmals ein Anwärter aus ihren Reihen an die Spitze der Kulturorganisation rückt. Das könnte den Konflikt der Unesco mit Israel weiter befeuern. Die Organisation hatte mehrfach israelkritische Resolutionen angenommen, die Regierung in Jerusalem verringerte daraufhin ihre Beitragszahlungen.

Geplant ist, dass sich die 58 Länder des Exekutivkomitees in der kommenden Woche auf eine gemeinsame Nominierung einigen. Dann müssen noch die 195 Mitgliedstaaten auf ihrer Versammlung am 10. November zustimmen.