Unesco berät über Aufnahme von Naumburger Dom ins Weltkulturerbe

Die Chancen für eine Aufnahme des Naumburger Doms in die Unesco-Weltkulturerbeliste sinken offenbar

Der Naumburger Dom und eine Landschaft in Schleswig-Holstein könnten es auf die Liste des Unesco-Weltkulturerbes schaffen: Auf der jährlichen Tagung befasst sich das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation ab Sonntag bis zum 4. Juli im Golfemirat Bahrain nach eigenen Angaben mit rund 30 neuen Nominierungen für die Liste.

Der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt zählt zu den bedeutendsten Kirchenbauten des Hochmittelalters. Berühmt ist die Kirche wegen ihrer zwölf lebensgroßen Stifterfiguren. In Schleswig-Holstein ist die Archäologische Grenzlandschaft von Haithabu und dem Danewerk nominiert. Die Liste des Weltkulturerbes umfasst aktuell 1073 Stätten, darunter 42 Orte in Deutschland.

Unter den Nominierten waren auch Gedenkstätten für Opfer des Ersten Weltkriegs in Belgien und Frankreich. Das Komitee will sich bei der 42. Tagung auch über die Aufnahme der viktorianischen und Art-Déco-Gebäude im indischen Mumbai beraten.

Es soll außerdem darum gehen, ob einige Stätten als gefährdet eingestuft werden müssen. Darunter sind etwa das Tal von Kathmandu in Nepal und der Turkana-See in Kenia. Das Belize-Korallenriff in der Karibik könnte dagegen von der Liste der gefährdeten Stätten verschwinden, da der Karibikstaat Belize die Erdölsuche in der Region verboten hat.

Das historische Zentrum der usbekischen Stadt Schachrisabs könnte dagegen völlig von der Liste der Weltkulturerbe-Stätten verschwinden. "Sie haben eine gesamte traditionelle Gegend ausgelöscht, die auf der Liste stand", erläuterte Mechtild Rössler, Unesco-Direktorin für Kulturerbe.