Unesco: 240 kulturelle Stätten seit Kriegsbeginn in der Ukraine beschädigt

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind in dem Land 240 kulturelle Stätten beschädigt worden. Dazu zählten 105 religiöse Stätten, 18 Museen und zwölf Büchereien, teilte die Unesco am Montag mit. Bislang habe in dem Krieg noch keine Welterbestätte Schaden erlitten. Die Organisation habe seit Beginn des Krieges die Ukraine beraten, wie sie ihr kulturelles Erbe am besten schützen könne, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Jahresrückblick.

Sie habe unter anderem auch Schutzmaterial für Fassaden und Statuen sowie Stromgeneratoren ins Land gebracht. Mehrere kulturelle Stätten seien mit Hilfe der Unesco nach russischen Angriffen bereits wieder repariert worden. Für die Beurteilung der Schäden nutze die Unesco unter anderem Satellitenaufnahmen. Die Organisation will künftig Kulturzentren einrichten, um das kulturelle Leben zu unterstützen. Das erste entsteht derzeit im westukrainischen Lwiw.

Auch die Bildung an Schulen und Universitäten ist durch den Krieg stark beeinträchtigt. Nach Angaben der Unesco sind bislang 3000 Bildungseinrichtungen beschädigt und 400 komplett zerstört. Etwa 1,8 Millionen Studierende verfolgen ihr Programm nur noch online.

Die Unesco hat seit Beginn des Krieges außerdem die Altstadt der ukrainischen Hafenstadt Odessa und die Kultur der ukrainischen Borschtsch-Suppe zum gefährdeten Welterbe deklariert. Im Fall von Odessa bedeutet die Aufnahme in die Unesco-Liste besseren Zugang zu technischer und finanzieller Unterstützung.

kol/ck