Underground-Schließung: Abschied nehmen von einem Ort, der Willkommen geheißen hat

Sieben persönliche Erinnerungen aus dem Kult-Club in Ehrenfeld.

Ach, Abschied nehmen fällt schwer. Vor allem, wenn es um einen Ort geht, der einen einst Willkommen geheißen hat. Das Underground in Ehrenfeld muss zum 15. September schließen. Anstelle des Clubs soll hier eine Schule gebaut werden.

Aber das Underground war für Tausende von Neuankömmlingen in Köln ja selbst nichts anderes, eine Grundschule des Ausgehens, ein Einsteigerseminar für Musikgeschichte. Wer sich noch kaum zurecht fand, in der großen Stadt und in seinem neuen, nur auf dem Papier volljährigen Leben, der wurde hier warm aufgenommen, ohne sich Sorgen um die gerade korrekte Attitüde machen zu müssen.

Der Club hatte einst in den 1980er Jahren als Autowerkstatt angefangen und seinen Schuppen-Charme bis heute behalten – obwohl Kneipe und Konzertraum und auch die legendär versifften Toiletten Mitte der Nuller Jahre gründlich renoviert wurden, als die Betreiber der nahen Live Music Hall den Laden übernahmen.

Ungeplante Orte, die die Stadt braucht

Da war das Underground längst mehr als die Summe seiner Anekdoten, von Punksängern, die sich die Wange mit zerbrochenen Kölsch-Gläsern aufschnitten und in der Notaufnahme landeten, von dem Kopfkissen, dass die verrückten Norweger von Turbonegro hier in die Luft sprengten und dessen Federn noch jahrelang in allen Ritzen steckten, von den zahllosen Bands – die Manic Street Preachers, Placebo,  Kraftklub, Green Day, Die Fantastischen Vier –  die hier am Anfang ihrer Karriere gespielt haben.

Solche Orte kann man wahrscheinlich nicht planen, es versucht aber auch niemand, weshalb sie oft die ersten Opfer sind, wenn aus ehemaligen Industriebrachen begehrte Neubaugebiete werden.

Dann bleiben nur die Erinnerungen an eine aufregendere, glücklichere Zeit. Und die Angst vor einer Stadt, in der irgendwann einmal jeder Raum erschlossen sein wird, in der es keine Alternative mehr gibt zum verplanten Leben, keinen Ort mehr, an dem man seine Jugend verschwenden kann, nur noch Oberfläche ohne Untergrund. Das wäre dann eine Stadt, in der sich niemand mehr willkommen fühlen wird....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta