Under Armour geht die Puste aus


Lange Zeit war die Marke der aufstrebende Stern in der Sportartikelbranche. Als Jäger des Branchenzweiten Adidas machte das US-Label Under Armour Furore. Erst in den USA, dann mehr und mehr auch in Deutschland griffen gerade die Jugendlichen zu dem hippen Label.

Doch diese Zeiten sind schon wieder vorbei. Das zeigt nun auch schonungslos die jüngste Quartalsbilanz. Nach schwachen Zahlen und einer Gewinnwarnung steht das Unternehmen an der Börse stark unter Druck. Zur Eröffnung der Börse in New York brachen die Papiere um mehr als 14 Prozent ein und notierten unter der Marke von 14 Dollar. Vorbörslich hatte der Kurs von Under Armour sogar bis zu 18 Prozent im Minus gelegen.


Die Zahlen ließen kaum eine andere Reaktion erwarten. Denn in den drei Monaten bis Ende September schrumpfte der Umsatz verglichen mit dem Vorjahresquartal um fünf Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Noch schlimmer erwischte es den Nettogewinn: Er brach von 128 Millionen auf 54 Millionen Dollar ein.

Die Probleme zeichneten sich schon länger ab. Mehrfach musste der charismatische Gründer und Vorstandschef Kevin Plank seine Prognose korrigieren. Das kam bei den Anlegern gar nicht gut an. Im Jahresverlauf hat sich der Kurs bereits halbiert. Zu seinen besten Zeiten hatte er 2012 noch bei 100 Dollar gelegen. Der Absturz ist nicht weiter verwunderlich: Hatte Under Armour kurzzeitig sogar den Wettbewerber Puma als Nummer drei der Branche abgelöst, fiel das Label zuletzt beim Wachstum wieder deutlich hinter die Konkurrenz zurück.


Der Konzern kämpft insbesondere im US-Heimatmarkt mit Problemen, dort gingen die Erlöse im dritten Quartal um 12 Prozent zurück. Wie schon im Vorquartal senkte Under Armour die Ziele für das Gesamtjahr und rechnet nun nur noch mit einer niedrigen einstelligen Wachstumsrate beim Umsatz. Beim Gewinn wurde die Prognose mehr als halbiert. Nun geht der Sportartikelhersteller nur noch von einem bereinigten Ergebnis in Höhe von 0,18 bis 0,20 Dollar pro Aktie aus.

Bekannt geworden ist Under Armour mit seinen hauteng anliegenden Sportshirts. Daher kommt auch der Markenname, der übersetzt so viel heißt wie „unter der Rüstung“. Das brachte ihm besonders bei den fitnessverrückten Jugendlichen einen guten Ruf, zeichneten sich doch die antrainierten Muskeln dadurch besonders gut ab. Zeitweise dominierte das Label deswegen das Erscheinungsbild in vielen Fitnessstudios. Doch der Boom ist vorbei: Viele Teenager wenden sich wieder ab – und dem nächsten Trend zu.