Endgültig Europas Hassfigur

Endgültig Europas Hassfigur
Endgültig Europas Hassfigur

Vom Fußball-Olymp aufs Abstellgleis beim FC Barcelona: Einst wurde Gerard Piqué auf und neben dem Platz verehrt und bejubelt, doch sein Saubermann-Image bröckelt gewaltig.

Der Reihe nach: Piqué hatte jahrelang mit fußballerischer Weltklasse und seiner Ehe mit Shakira, mit wohltätigen Aktionen und Solidarität mit Benachteiligten außerhalb des Platzes für positive Schlagzeilen gesorgt.

Der Welt- und Europameister spendete, setzte sich für Kinder und Schwache ein, hatte sich einen Status bei Fans und Öffentlichkeit erarbeitet, der positiver kaum sein konnte.

Doch spätestens seit den letzten Wochen hat sich das derart schlagartig verändert, dass alles bisher Geleistete des 35-Jährigen vollends infrage gestellt wird. Mit Folgen: Piqué droht nun sogar das Aus bei Barca, berichten spanische Medien übereinstimmend.

Piqué droht das Aus bei Barca

Laut Sport informierte Xavi seinen Abwehrspieler bereits vor zwei Wochen in einem persönlichen Gespräch, dass er für die kommende Saison keine Rolle mehr spiele. Xavi begründete seinen Entschluss mit körperlichen Problemen und unprofessionellem Verhalten außerhalb des Platzes. Zudem wolle der Barca-Coach seine Abwehr umstrukturieren und auf jüngere Kräfte bauen.

Piqué, der in der abgelaufenen Saison wettbewerbsübergreifend 39 Mal auf dem Rasen stand, hat noch einen gültigen Vertrag bis 2024. Eine vorzeitige Trennung könnte aber zur Hängepartie werden, da der Klub ihm wegen aufgeschobener Zahlungen noch 34 Millionen Euro schulden soll.

Zudem wurde kürzlich bekannt, dass Piqué und Pop-Sängerin Shakira kein Paar mehr sind, was bei den Fans der Kolumbianerin gar nicht gut ankam - und nun hat er wohl auch keine Zukunft mehr bei seinem Jugendklub. Die vielen Nebengeräusche sind Xavi und der Vereinsführung zu viel des Guten.

Saudi-Arabien-Deal fällt Piqué auf die Füße

Zuletzt störten beim geplanten Barca-Umbruch auch negativen Schlagzeilen seiner Agentur KOSMOS, die den Mega-Deal zwischen dem spanischen Fußballverband (RFEF) und Saudi-Arabien bezüglich der Austragung der Supercopa einfädelte.

Daraufhin hagelte es wegen des Engagements mit dem saudischen Unrechtsstaat, der Menschenrechte mit Füßen tritt, heftige Kritik. Piqué würde als selbstständiger Initiator auftreten - und nicht bloß als prominenter Steigbügelhalter, lauteten weitere Vorwürfe.

Um das zu untermauern, veröffentlichte El Confidencial Audio-Dateien und Textnachrichten zwischen ihm und Luis Rubiales, dem RFEF-Präsidenten. Demnach soll Piqués Agentur durch den Deal, der die Austragung des spanischen Supercups in Saudi-Arabien über sechs Jahre garantiert, eine Summe von 24 Millionen Euro verdienen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zu La Liga)

„Sieh mal, Rubi, wenn Real Madrid nicht unter acht Millionen Euro geht, mein Gott, dann zahlen die Saudis halt acht Millionen an Real und acht an Barcelona. Den anderen zwei Teilnehmern zahlen sie dann zwei und eine Million... dann bleiben noch sechs für den Verband. Wenn wir ihnen sagen, dass Real für unter acht Millionen nicht mitmacht, dann müssen sie nachgeben. Lass uns die Saudis ausquetschen“, soll Piqué dabei gefordert haben.

Piqué bereichert sich durch Supercopa - Blutgeld für die Fans

Als moralisch verwerflich betrachtete Piqué das keineswegs. „Alles, was wir getan haben, ist legal“, meinte der Geschäftsmann und fügte an: „Wir wollten das Format des Wettbewerbs ändern und für die Zuschauer interessanter machen.“

Vor allem aber fließt dadurch deutlich mehr Geld, denn der spanische Verband streicht durch den Saudi-Pakt 40 (!) Millionen anstatt 120.000 Euro ein. In den Augen der Fans Blut-Geld aus der Schatulle von Despoten, das nun an Piqués Händen klebe.

Die Quittung folgte prompt: Bei Real Sociedad setzte es ein gellendes Pfeifkonzert gegen den Barca-Star. Auch medial kam Piqué katastrophal weg: Im Marca-Podcast El Corillo hieß es: „Piqué glaubt, dass er über dem Guten und Bösen steht. Aber alles, was er hat, ist Geld.“

Davis-Cup-Reform erbost Federer und Tennis-Szene

Zumal ist es nicht die erste Machenschaft seiner Agentur, die 2019 im Tennis Entsetzen auslöste. Mit mit dem Erwerb der Rechte am Davis Cup wurden die Best-of-Five-Matches abgeschafft und das Finalturnier findet nun zum Unmut vieler Tennis-Stars im November statt.

Auch Superstar Roger Federer teilte daraufhin aus: „Es ist schon komisch für uns Tennisspieler, einen Fußballer in unserer Welt zu haben. Er muss sehr vorsichtig sein. Der Davis Cup sollte nicht zum Piqué-Cup werden.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan von La Liga)

Der Katalane ist in der Tennis-Szene, in Spanien und bei Shakiras Fans nicht gut gelitten. Damit nicht genug: Vor wenigen Tagen wurde überdies bekannt, dass es offenbar auch anderweitig mit Piqués Integrität nicht allzu weit her ist.

So hatte der Defensivmann eine vertrauliche Nachricht von Ex-Real-Madrid-Star Sergio Ramos (heute Paris Saint-Germain) hinausposaunt - und ihn damit hintergangen. Und all diese aufgezählten Unruheherde braucht Xavi nicht!

Barca-Coach fordert Piqué auf, Fußball 24 Stunden atmen zu müssen

Der Barca-Trainer will vielmehr einen Spieler, der neben Fußball nicht zahlreiche Geschäfte hat, schreibt AS. Er ist der Meinung, dass die Umkleidekabine Fußball atmen muss, dass man die Mannschaft 24 Stunden am Tag leben muss und dass Piqué an Glaubwürdigkeit verliert, wenn er sich nicht daran hält. Denn bei Xavis Antritt sagte er: „Hier hat Barca funktioniert, als es Regeln gab.“ Und die gelten auch für ihn.

In der Zwischenzeit sagte Piqué laut Mundo Deportivo, dass er in Team bleiben und Xavi zeigen wolle, dass dieser sich geirrt habe. Er habe die Kraft zu beweisen, dass er der beste Innenverteidiger in der Mannschaft sei, egal wer noch verpflichtet wird. Zudem würden ihn seine persönlichen Probleme nicht beeinträchtigen.

Der Barca-Star erklärte auch, dass er jeden Tag mit einem Fitnesstrainer in die Ciutat Esportiva geht, um sich von seiner Verletzung zu erholen, und er sei überzeugt, dass er zu Beginn der offiziellen Saison hundertprozentig fit sein wird.

Xavi soll dagegen dem Innenverteidiger für seinen Einsatz gedankt haben, dass er trotz der Adduktoren-Verletzung gespielt und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Er betonte jedoch, dass der 35-Jährige sich hundertprozentig in die Mannschaft einbringen müsse. (DATEN: Die Tabelle von La Liga)

Vertragsauflösung samt Abfindung fast unmöglich

Denn Fakt ist, dass Piqués Beziehung zu Präsident Joan Laporta und Xavi sich deutlich verschlechtert hat. Der Fall ist nicht einfach: Die Summe, die Barca Piqué noch schuldet, ist so hoch, dass das Szenario eines Wechsels in diesem Sommer praktisch unmöglich ist.

Und die Katalanen arbeiten aktuell auf Hochtouren, ihre Finanzen in den Griff zu bekommen, um Bayern-Star Robert Lewandowski sowie die ablösefreien Andreas Christensen und Franck Kessié zu verpflichten. Das macht eine Vertragsauflösung samt Abfindung für die Barca-Ikone kaum realisierbar.

Piqué ist zudem ein sehr stolzer Spieler. Jetzt zu gehen, hieße eine „sportliche Niederlage“ zu akzeptieren. Aber wenn Xavi und Laporta immer noch unzufrieden sind mit dem, was sie sehen, könnte die Situation vergiftet werden.

Egal, wie diese brisante Angelegenheit zu Ende geht, Piqué ist aktuell der unbeliebteste Profi Europas. Dabei hat er mit Barcelona alles an Titel gewonnen, doch sein Vorzeige-Image ist nun zerronnen.

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