UN warnt vor massiver Hungersnot im Kongo

Das Weltnernährungsprogramm der Vereinten Nationen warnt, der Kongo und insbesondere die Krisenregion Kasai stehe vor einer akuten Hungersnot. Nur ein Prozent des nötigen Geldes sei da, 135 Millionen Dollar für die nächsten acht Monate würden fehlen, ein zusätzliches Problem ist die Korruption innerhalb der Behörden, die effektive Hilfe verhindere.

David Beasley ist Executive Director des UN Welternährungsprogrammes und vor Ort im Kongo: “3.2 Millionen Menschen sind akut vom Hungerbedroht. ausgesetzt. Hunderttausende Kinder sind am Rande des Hungers, wir müssen etwas tun. Wir sind da, wir können loslegen, jetzt brauchen wir die Geldgeber. Kommt kein Geld, werden nicht nur Eltern und ihre Kinder sterben, es wird in einem langanhaltenden Chaos enden, das noch viel mehr Geld kosten wird.”

In der Kasai-Region war im August 2016 ein Konflikt zwischen Rebellen und Regierungstruppen eskaliert. Seitdem ist die Zahl der Flüchtlinge auf im Kongo auf 3,9 Millionen Menschen angewachsen, weitere 620.000 Kongolesen sind in Nachbarländer geflohen. Vor allem im Ost-Kongo kämpfen zahlreiche Milizen um die Vorherrschaft und die Kontrolle über die reichen Bodenschätze des Landes.

Das Muster ist überall ähnlich: Lokale Führer, im Streit mit der Zentralmacht, rufen die jungen Männer ihrer Region oder ihrer Volksgruppe zu den Waffen und suchen Aufmerksamkeit, indem sie sich nationale politische Forderungen zu eigen machen – zumeist die nach Wahlen und nach Einhaltung der Verfassung durch die Regierung von Präsident Joseph Kabila. Armee und Präsidialgarde reagieren mit massiver Gewalt gegen Zivilisten auf ethnischer Grundlage oder fördern lokale Todesschwadronen. Am Ende brennen ganze Landstriche und Hunderttausende Menschen fliehen in die Wälder.

Mehr als 3,2 Mio. Menschen hungern in #Kasai (#DRC). WFPChief ist vor Ort und berichtet über die dramatische Lage. pic.twitter.com/DH5VvFJ4zT— WFP deutsch (WFP_DE) 30. Oktober 2017

Lage in #Kasai (#DRC) verschärft sich rasant. 1,4 Millionen Menschen sind auf der Flucht & benötigen dringend lebensrettende Ernährungshilfe pic.twitter.com/C5bWas2Yyj— WFP deutsch (@WFP_DE) 27. Oktober 2017