UN-Umweltgipfel will aufräumen

Touristen schätzen Hawaiis Strände. Wenige blicken hinter die Urlaubsfassade: Müll soweit das Auge reicht. Angeschwemmt aus dem Meer. Doch Hawaii ist kein Einzelfall.

Jährlich landen Schätzungen der UN zufolge etwa acht Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen. Kleinste Müllreste, die an der Wasseroberfläche schwimmen, sind nach Meinung von Umweltorganisationen nur die Spitze des Eisbergs. Sie bedrohen das Leben zahlreicher Meerestiere sowie Seevögel und zerstören die Ökosysteme.

Auf dem Umweltgipfel in Nairobi forderte der Leiter des UN-Umweltprogramms Erik Solheim deshalb, die weltweite Plastikproduktion deutlich herunterzufahren. Eins von etlichen Problemen, die bei dem Treffen mit 4.000 Teilnehmern Thema sind. So ist die Umweltverschmutzung der UN zufolge verantwortlich für den Tod von 12,6 Millionen Menschen - ein Viertel aller Tode jährlich. Aber es gibt auch positive Entwicklungen, sagt Solheim: " Die Luft in Peking und die vieler anderer chinesischer Städte hat sich sehr stark verbessert. Die Menschen geben mehr Acht. Sie wollen eine bessere Luft und die landesweiten Behörden handeln. Die Kommunen müssen reagieren, indem die Verschmutzung der Städte abnimmt. Man braucht U-Bahnen, mehr Fahrräder, Elektro-Autos und natürlich müssen Kohlewerke geschlossen werden ."

Mindestens sieben Resolutionen will die Versammlung an den drei Tagen in Nairobi durchsetzen. Umweltschützer kritisieren aber, dass der 3. Gipfel noch nicht das politische Gewicht hat, um Beschlüsse nachhaltig und bindend umzusetzen.