UN-Report: Ärmere Staaten haben zu wenig Geld für Klima-Anpassung

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BERLIN (dpa-AFX) - Die weltweiten Finanzmittel für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels sind einer Untersuchung zufolge zu niedrig. Die geschätzten Kosten für die Klimaanpassung, die Entwicklungsländer demnach zu tragen haben, seien fünf bis zehnmal höher als die Mittel, die sie derzeit dafür haben. Das geht aus dem am Donnerstag auf der Weltklimakonferenz COP26 vorgestellten Adaptation Gap Report 2021 des UN-Umweltprogramms UNEP hervor.

"Das Geld fließt immer noch nicht so, wie es fließen sollte", sagte UNEP-Chefin Inger Andersen in Glasgow. Zwar stehe die Anpassung an Klimafolgen wie Stürme, Starkregen oder Hitzewellen immer häufiger auf der politischen Agenda, erklärte Andersen. Aber insgesamt sei das Budget zu klein.

Ursprünglich hatten sich die Industriestaaten vorgenommen, bis 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für den Klimaschutz und die Klima-Anpassung in ärmeren Staaten bereitzustellen. Nun soll das Ziel nach Angaben der Geber-Länder erst ab 2023 erreicht sein.

Laut OECD liegt die bislang erreichte Summe bei rund 80 Milliarden Dollar pro Jahr. Der Anteil, der für die Anpassung an die Klima-Folgen reserviert ist, liegt nach UN-Angaben bei lediglich 25 Prozent. Die Staaten des globalen Südens und Umweltorganisationen fordern, dass dieser Anteil für Anpassungsmaßnahmen auf 50 Prozent hochgeschraubt wird.

Die Folgen des Klimawandel würden jeden treffen, erklärte UNEP-Chefin Andersen weiter. "Kein Land ist isoliert. Wenn ich Klima-Wandel habe, hast auch du Klimawandel", sagte sie.

Die Corona-Pandemie habe die Situation weiter verschärft, vor allem für die ärmsten Staaten, die noch viel mehr von den Folgen des Klimawandels betroffen seien als die Industrienationen.

"Wir müssen die Klima-Anpassungsmittel hochschrauben", appellierte auch COP-Präsident Alok Sharma.

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