UN-Generalsekretär besteht auf "ungehindertem Zugang" zu Rohingyas in Myanmar

UN-Generalsekretär Guterres vor der Vollversammlung

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat einen "ungehinderten Zugang" zu der verfolgten muslimischen Minderheit der Rohingyas in Myanmar verlangt. "Die Regierung in Myanmar muss die militärischen Operationen einstellen und ungehinderten humanitären Zugang ermöglichen," betonte Guterres am Dienstag vor der UN-Vollversammlung.

Nach langem Schweigen hatte die faktische Regierungschefin Myanmars, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, am Dienstag in einer Fernsehansprache erstmals zur Gewalt gegen die Rohingyas Stellung genommen. Sie erkannte Menschenrechtsverletzungen an und stellte in Aussicht, die Urheber würden zur Verantwortung gezogen. Suu Kyi bat um Geduld und Verständnis für die Schwierigkeiten einer "zerbrechlichen Demokratie" bei der Überwindung einer solchen Krise.

"Wir sind alle schockiert über die dramatische Eskalation der Spannungen in Myanmars Bundesstaat Rakhine", sagte Guterres. Nachdem Suu Kyi in den vergangenen Wochen zu der Krise beharrlich geschwiegen hatte, hatte Guterres gesagt, ihre Fernsehansprache sei die "letzte Chance" zur Beilegung des Konflikts.

Wegen des Konflikts um die Rohingya überquerten nach Angaben der Regierung in Dhaka seit dem 25. August rund 421.000 Flüchtlinge die Grenze zu Bangladesch. Der seit Jahren andauernde Konflikt in Myanmars Bundesstaat Rakhine war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit einer Gegenoffensive. Hunderte Menschen wurden getötet, ihre Häuser niedergebrannt. Zu der Bevölkergungsgruppe der Rohingya werden rund 1,1 Millionen Menschen gerechnet.