UN: Deutschland gab 2022 mehr als 1,7 Milliarden Euro gegen Hunger

BERLIN (dpa-AFX) -Angesichts eskalierender Zahlen von hungernden Menschen weltweit hat Deutschland seine Beiträge für das UN-Welternährungsprogramm (WFP) 2022 auf mehr als 1,7 Milliarden Euro erhöht. "Deutschland ist eine treibende Kraft im internationalen Kampf gegen den Hunger", sagte Martin Frick, Leiter der WFP-Büros in Berlin und Brüssel, laut einer am Donnerstag verbreiteten Mitteilung. Deutschlands Rolle zeige sich nicht nur in der Unterstützung von WFP-Programmen weltweit, sondern auch durch Initiativen, "die Hunger als sicherheitspolitisches Thema etabliert haben".

Das Jahr 2022 habe gezeigt, "wie eng Ernährungs-, Energiesicherheit, Konflikte und Klimakrise miteinander verwoben sind", sagte Frick weiter. "Hunger ist Symptom und Ursache zugleich und ein Hebel, an dem wir ansetzen müssen, wenn wir aus dieser Krisenspirale ausbrechen wollen."

Deutsche Mittel flossen den Angaben zufolge auch 2022 in die humanitäre Hilfe und in die Entwicklungszusammenarbeit. So unterstützte das WFP etwa Menschen aus der Ukraine zuhause oder in den Nachbarländern mit dringender Ernährungshilfe. Deutsches Geld habe auch Transport und Verteilung von ukrainischem Getreide durch das WFP ermöglicht, nachdem die Exporte aus Schwarzmeerhäfen wieder aufgenommen wurden. Weitere Zuwendungen kamen demnach unter anderem Menschen in Ostafrika, in der Sahelzone, im Jemen, in Afghanistan oder Pakistan zugute.

Im Jahr 2021 hatten die deutschen Beiträge für das Programm der Vereinten Nationen 1,2 Milliarden Euro betragen. Laut dem WFP haben die Klimakrise, explodierende Kosten für Nahrungsmittel, Konflikte und die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine die Zahl der akut hungernden Menschen auf 349 Millionen getrieben. Deutschland ist nach den USA der zweitgrößter Geber des UN-Welternährungsprogramms.