UN-Bericht: Staaten wappnen sich nicht ausreichend gegen Klimaschocks

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NAIROBI (dpa-AFX) - Weltweit wappnen sich Länder einem UN-Bericht zufolge bei weitem noch nicht ausreichend gegen Klimaschocks. Die Staaten hätten zwar Fortschritte bei der Planung von Maßnahmen erreicht, um sich an die Klimaveränderungen anzupassen, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des UN-Umweltprogramms (Unep). Allerdings gebe es vor allem in Entwicklungsländern noch sehr große Lücken bei der Finanzierung und Umsetzung dieser Maßnahmen zum Schutz vor den Folgen des Klimawandels wie Dürren, Überschwemmungen und dem Anstieg des Meeresspiegels.

"2020 war, zusätzlich zu Covid-19, das Jahr der verstärkten Klimafolgen", sagte Unep-Chefin Inger Andersen. Diese Folgen würden sich nur weiter verstärken. Selbst wenn man es schaffen sollte, die Erderwärmung zu verringern, "Entwicklungsländer werden leiden, das ist klar." Daher sei es extrem wichtig, dass die Staaten sich verstärkt an den Klimawandel anpassten.

Mit dem Pariser Klima-Abkommen einigten sich die Vertragsstaaten 2015 darauf, die laufende Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu senken, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad. Das Abkommen sieht auch vor, dass die Länder Adaptierungsmaßnahmen planen und ergreifen, um ihre Anfälligkeit für Klimaveränderungen zu reduzieren und besser mit Klimaschocks umzugehen. Der am Donnerstag veröffentlichte Bericht ist der fünfte sogenannte "Adaptation Gap Report" von Unep.

Der Bericht zeigt, dass fast Dreiviertel aller Unterzeichnerstaaten mindestens ein nationales Planungsinstrument für die Anpassung an Klimaveränderungen angenommen hätten. Allerdings liege die Finanzierung für Anpassungsmaßnahmen bei nur fünf Prozent der gesamten Klima-Finanzierung, sagte Andersen. "Das ist viel weniger, als wir brauchen."

Gerade für Entwicklungsländer, die stärker unter Klimaschocks leiden, ist die Anpassung extrem wichtig. Denn bislang sei die Fähigkeit von Staaten, mit dem Klimawandel umzugehen, sehr unterschiedlich, sagte Petteri Taalas, der Generalsekretär der Weltwetterorganisation (WMO). So hätten die Behörden in den USA beim Hurrikan Harvey die betroffenen Menschen weitgehend in Sicherheit bringen können, während die Behörden in Mosambik nicht die Mittel gehabt hätten, die Bevölkerung vor dem Zyklon Idai zu schützen.