Umweltschützer verklagen norwegischen Staat wegen Ölbohrungen in der Barentssee

Chefs von Natur und Jugend sowie Greenpeace beim Prozess

In Oslo hat am Dienstag ein Prozess gegen den norwegischen Staat wegen der von ihm erteilten Genehmigung zur Erdölsuche in der Barentssee begonnen. Die Kläger - Greenpeace Norwegen und die Umweltorganisationen Natur og Ungdom (Natur und Jugend) sowie die Grandparents Climate Campaign - werfen dem Staat vor, mit der Genehmigung gegen die norwegische Verfassung und gegen das Pariser Klimaabkommen von 2015 zu verstoßen.

Die norwegische Verfassung sieht seit 2014 das Recht auf eine unversehrte Natur vor. Nach Angaben der Kläger handelt es sich um die erste Klage dieser Art. Norwegen ist der größte Förderer von Erdöl in Westeuropa. Allerdings sind die Einnahmen aus dem Erdölgeschäft rückläufig. Die derzeitige Produktion von Rohöl beträgt nur noch die Hälfte derjenigen von 2001.

Im Mai 2016 erteilte Norwegen zehn Probebohrlizenzen an 13 Erdölkonzerne - darunter der norwegische Ölriese Statoil, Chevron aus den USA, DEA aus Deutschland, ÖMV aus Österreich und Russlands Lukoil. Die Umweltorganisationen fordern eine Annullierung der Konzessionen und begründen dies mit den Gefahren für die Umwelt.