Umweltschützer-Protest zum 'Autogipfel': 'Vorfahrt fürs Klima'

BERLIN/WOLFSBURG (dpa-AFX) - Während der Beratungen zwischen Bundesregierung, Industrie und Gewerkschaften haben Umweltschützer gegen pauschale Staatshilfen für die Autobranche demonstriert. Greenpeace-Aktivisten forderten am Dienstag bei einer Aktion vor dem Reichstag in Berlin, es dürfe keine erneute Abwrackprämie geben, die auch Diesel- und Benzinautos einschließe. Ein SUV überfuhr symbolisch mehrere übereinandergestapelte Fahrräder, auf einem Transparent war zu lesen: "Autoprämie zerstört Verkehrswende". "Statt jetzt Motoren aus dem letzten Jahrhundert zu retten, sollte Kanzlerin Merkel den klimafreundlichen Umbau der Autoindustrie ankurbeln", erklärte der Verkehrsexperte der Umweltorganisation, Benjamin Stephan.

Mitglieder der Initiative Campact protestierten in der Hauptstadt ebenfalls, sie verlangten vor dem Kanzleramt ein Ende der Debatte über Abwrackprämien und "Vorfahrt fürs Klima". Der Staat dürfe "kein Steuergeld für Spritschlucker" lockermachen. Bei einer Aktion an der VW <DE0007664039>-Zentrale in Wolfsburg erklärte die Klimaschutzbewegung Fridays for Future: "Mehr Autos zu finanzieren, ist nicht mit unseren Klimazielen vereinbar - eine neue Abwrackprämie wäre verheerend."

Am Vormittag hatte ein weiterer "Autogipfel" von Bund und Autobranche begonnen, bei dem es um Anreize zur Steigerung der Nachfrage gehen sollte. Die Verkäufe liegen in der Corona-Krise brach, Hersteller und Zulieferer der Schlüsselindustrie fürchten massive Folgen für Produktion und Jobs. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vorab jedoch signalisiert, dass es noch keine raschen Entscheidungen geben dürfte.