Umweltschützer in Norwegen legen Berufung gegen Erlaubnis von Ölbohrlizenzen ein

Umweltschutzorganisationen in Norwegen haben Berufung gegen ein Gerichtsurteil eingelegt, wonach der norwegische Staat Lizenzen für Ölbohrungen in der Arktis vergeben darf. Vertreter von Greenpeace Norwegen und der Organisation Natur og Ungdom (Natur und Jugend) kündigten am Montag an, das Urteil von Anfang Januar anzufechten. Sie argumentierten erneut, dass die Genehmigungen zur Erdölsuche in dem Gebiet gegen die Verfassung und gegen das Pariser Klimaschutzabkommen verstießen.

Die Richter in Oslo waren in ihrem Urteil vom 4. Januar zu einem gegenteiligen Schluss gekommen. Sie hatten befunden, der norwegische Staat könne nicht für CO2-Emissionen verantwortlich gemacht werden, die durch ins Ausland exportiertes Erdöl entstünden.

Norwegen hatte im Mai 2016 Probebohrlizenzen an 13 Erdölkonzerne erteilt - darunter der norwegische Ölriese Statoil, Chevron aus den USA, DEA aus Deutschland, OMV aus Österreich und Russlands Lukoil. Die Verfassung des skandinavischen Landes sieht seit 2014 das Recht künftiger Generationen auf eine unversehrte Natur vor.

Norwegen ist der größte Förderer von Erdöl in Westeuropa. Allerdings sind die Einnahmen aus dem Erdölgeschäft rückläufig.