Umweltorganisationen warnen vor Verschärfung von Wasserkrise

Besonders betroffen sind Regionen in Afrika

Umweltorganisationen haben einen besseren Schutz von Gewässern angemahnt. "Dürren, Fluten oder die Versalzung von Wasservorkommen ? der Klimawandel bringt den Wasserhaushalt der Erde aus dem Gleichgewicht", erklärte Philipp Wagnitz vom WWF Deutschland am Mittwoch. Bislang spiele die Anpassung an diese Veränderungen nur eine untergeordnete Rolle. "Wasser sparen allein wird dieser globalen Herausforderung allerdings nicht gerecht", warnte Wagnitz.

In den vergangenen hundert Jahren sei weltweit mehr als die Hälfte der Feuchtgebiete verschwunden, teilte der Wasserexperte anlässlich des Weltwassertags am Donnerstag mit. "Diese Ökosysteme sind nicht nur Heimat für bedrohte Tiere und Pflanzen, sondern stellen auch dem Menschen sauberes Trinkwasser zur Verfügung." Der WWF forderte daher, die globale Fläche der geschützten Feuchtgebiete von aktuell 220 Millionen Hektar bis 2030 zu verdoppeln.

Betroffen von der Krise seien vor allem Regionen in Afrika, im Nahen Osten, in Nordchina oder auf dem indischen Subkontinent. Aber auch Deutschland und Europa seien gefährdet: Derzeit würden für 92 Prozent der deutschen Fließgewässer die Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie nicht erfüllt.

Der WWF forderte anstelle einer Überarbeitung der Richtlinie "mehr Geld, mehr Personal und den politischen Willen, um die praktische Umsetzung vor Ort angemessen durchzusetzen und auf Verstöße etwa durch Industrie oder Landwirtschaft zu reagieren".

Auch die Umweltorganisation BUND forderte die Bundesregierung auf, sich klar und deutlich zu der Richtlinie zu bekennen. "Bund und Länder müssen endlich ausreichend Gelder und Personal zur Verfügung stellen", forderte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Auch die bereitgestellten Mittel zum Hochwasserschutz müssten "richtig eingesetzt" werden. "Dort, wo Menschenleben und Sachgüter nicht unmittelbar in Gefahr sind, muss die Priorität auf ökologischen Hochwasserschutz gelegt werden", erklärte Weiger.

Der BUND machte außerdem darauf aufmerksam, dass intakte Auen in Deutschland nur noch drei Prozent ihrer ursprünglichen Fläche bedeckten. "Das muss sich dringend ändern", forderte Weiger. Denn sie seien "die artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas, und sie haben einen großen Nutzen für Natur und Gesellschaft".