Umweltministerium überprüft nach Leck Reservebetrieb für AKW Isar 2

BERLIN/ESSEN (dpa-AFX) - Nach Bekanntwerden eines Ventil-Lecks im Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern überprüft das Bundesumweltministerium mögliche Folgen für den geplanten Reservebetrieb im kommenden Winter. Wie das für die nukleare Sicherheit zuständige Ministerium am Montag in Berlin mitteilte, hat der Betreiber Preussen Elektra "in der vergangenen Woche über eine interne Ventilleckage im Atomkraftwerk Isar 2 informiert". Die Sicherheit der Anlage sei dadurch nicht beeinträchtigt.

Das Kraftwerk könne auch bis zum eigentlich geplanten Betriebsende am 31. Dezember weiterlaufen, hieß es. Für einen Reservebetrieb über dieses Datum hinaus sei jedoch bereits im Oktober eine Reparatur nötig, die mit einem einwöchigen Stillstand des Meilers einhergehe, habe Preussen Elektra mitgeteilt.

"Das Bundesumweltministerium prüft ebenso wie das Bundeswirtschaftsministerium die neue Sachlage und ihre Auswirkungen für die Konzeption und Realisierung der Bereitschaftsreserve", teilte ein Sprecher des Umweltministeriums mit.

Nach Plänen von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sollen zwei von drei noch laufenden Atomkraftwerken, darunter Isar 2, nach Ende des Regelbetriebs im Dezember noch bis Mitte April in Reserve bleiben.

Ein Sprecher der Preussen-Elektra-Muttergesellschaft Eon <DE000ENAG999> teilte mit, man sei "weiterhin zuversichtlich, gemeinsam mit der Bundesregierung die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um mit Isar 2 auch nach dem 31.12.2022 einen Beitrag für eine sichere Stromversorgung während des kommenden Winters leisten zu können". Dazu sei es aufgrund der erforderlichen Vorlaufzeiten jetzt aber notwendig, "dass die laufenden politischen Diskussionen zügig zu einem klaren Ergebnis führen und möglichst zeitnah Planungssicherheit für alle Beteiligten geschaffen wird".