Umweltbundesamt dringt auf stärkere Senkung der CO2-Emissionen

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Windkraftanlage (AFP/Christof STACHE)

Damit Deutschland seine Klimaziele erreichen kann, dringt das Umweltbundesamt (UBA) laut einem Bericht des "Spiegel" auf eine stärkere Senkung der Treibhausgasemissionen als bisher vorgesehen. Diese müssten bis 2030 um 70 Prozent im Vergleich zu 1990 verringert werden, heißt es dem Magazin zufolge in einer noch unveröffentlichten Studie des UBA, wie der deutsche Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen umgesetzt werden kann.

Dies wäre mit den bisher geltenden Vorgaben nicht zu schaffen, heißt es demnach von Seiten der Umweltbehörde. Bis 2040 sollten die Emissionen dann um 90 Prozent sinken. Bislang sieht das geltende Klimaschutzgesetz bis 2030 eine CO2-Minderung um 65 Prozent und bis 2040 um 88 Prozent vor.

"Wir müssen einen Zahn zulegen", zitierte der "Spiegel" nun UBA-Chef Dirk Messner. Dazu sei ein umfangreiches Programm nötig, das alle Bereiche der Wirtschaft umfasse. Der Kohleausstieg sollte laut UBA von 2038 auf 2030 vorgezogen werden. Zudem sollten ab sofort jedes Jahr an Land Windkraftanlagen mit einer Kapazität von sieben Gigawatt errichtet werden, dazu Solaranlagen mit einer Leistung von zehn Gigawatt.

Im Verkehr dringt das UBA auf ein Verbot für neue Pkw mit Verbrennungsmotoren zwischen 2032 und 2035, für Lkw bis spätestens 2038. Die CO2-Abgabe für Benzin und Diesel solle stärker steigen als bisher vorgesehen.

Spätestens von 2040 an solle auch die Industrie keine Kohle mehr verbrennen. Notwendig seien dann ein flächendeckender Einsatz von grünem Wasserstoff, vor allem in der Chemie- und Stahlbranche, und grundsätzlich eine höhere Energieeffizienz.

Im Gebäudesektor soll laut UBA der Einbau neuer Ölheizungen sofort verboten werden. Ab 2026 sollen dann auch keine neuen Gasheizungen mehr eingesetzt werden. Um die Emissionsziele zu erreichen, müssten zudem Jahr für Jahr 2,5 Prozent der bestehenden Gebäude saniert werden. Für neue Gebäude sollen die Anforderungen für die Dämmung erhöht werden.

Der jährliche Fleischkonsum sollte der Studie zufolge von derzeit rund 60 Kilogramm pro Kopf jährlich auf nur noch knapp 16 Kilogramm sinken. Rund 15 Prozent des Milchkonsums sollen durch Ersatzprodukte gedeckt werden. Zudem seien mehr Mischwälder und höhere Wasserstände in Mooren erforderlich, um weiteres Kohlendioxid zu binden, hieß es.

Die Klimapolitik dürfte auch ein zentrales Thema in den anstehenden Koalitionsverhandlungen werden. Diese werden derzeit in Sondierungsrunden der Parteien vorbereitet. Dabei dringen vor allem die Grünen auf einen ambitionierteren Klimaschutz.

bk/jp

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