Umweltaktivist in Vietnam zu sieben Jahren Haft verurteilt

In Vietnam ist ein junger Umweltaktivist wegen angeblicher staatsfeindlicher Propaganda am Montag zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil gegen den 22-jährigen Blogger Nguyen Van Hoa erging in einem Schnellverfahren in der Provinz Ha Tinh, wie der Gerichtsschreiber AFP sagte.

Hoa wurde vorgeworfen, auf Facebook zu Protesten gegen die Behörden aufgerufen zu haben. Auslöser für die Proteste war die Umweltverseuchung durch den taiwanischen Formosa-Konzern, dessen Stahlfabrik Giftmüll an den Küsten Vietnams entsorgte. Dies führte dazu, dass die Fischbestände dezimiert wurden und die örtlichen Fischer ihre Lebensgrundlage verloren.

Der Konzern erhielt eine Geldstrafe von 500 Millionen Dollar, der Protest gegen das Unternehmen wurde von den vietnamesischen Sicherheitskräften niedergeschlagen.

Die Behörden warfen Hoa seine Teilnahme an den Protesten vor. Die Staatsmedien zitierten aus der Anklageschrift, wonach der Umweltaktivist "reaktionäre Propaganda gegen die Partei und gegen die staatlichen Polizeibehörden" verbreitet habe.

Im kommunistisch regierten Vietnam werden Pressefreiheit und freie Meinungsäußerung zunehmend eingeschränkt. Allein in diesem Jahr wurden mindestens 15 Aktivisten und Regierungskritiker verhaftet, mehrere weitere wurden verurteilt.