Neue Nations League: Kracher-Gruppe für Deutschland

Ein ganz neuer Wettbewerb wartet auf die Fußball-Fans: Die UEFA Nations League. Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Auslosung in Lausanne eine echte Kracher-Gruppe erwischt. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw muss gegen Frankreich und die Niederlande ran.

Deutschland muss gegen Frankreich und die Niederlande ran

Die Gruppen im Überblick:

Liga A
Gruppe A1: Deutschland, Frankreich, Niederlande
Gruppe A2: Belgien, Schweiz, Island
Gruppe A3: Portugal, Italien, Polen
Gruppe A4: Spanien, England, Kroatien

Liga B
Gruppe B1: Slowakei, Ukraine, Tschechien
Gruppe B2: Russland, Schweden, Türkei
Gruppe B3: Österreich, Bosnien-Herzegowina, Nordirland
Gruppe B4: Wales, Irland, Dänemark

Liga C
Gruppe C1: Schottland, Albanien, Israel (es gibt nur drei Teams in dieser Gruppe)
Gruppe C2: Ungarn, Griechenland, Finnland, Estland
Gruppe C3: Slowenien, Norwegen, Bulgarien, Zypern
Gruppe C4: Rumänien,Serbien, Montenegro, Litauen

Liga D
Gruppe D1: Georgien, Lettland, Kasachstan, Andorra
Gruppe D2: Weißrussland, Luxemburg, Moldawien, San Marino
Gruppe D3: Aserbaidschan, Färoer Inseln, Malta, Kosovo 
Gruppe D4: Mazedonien, Armenien, Lichtenstein, Gibraltar 

+++ Der Modus +++

Die Nations League wird die bisher üblichen Test-Länderspiele ersetzen. Sie wird aus vier Ligen (A bis D) bestehen, die in je vier Gruppen unterteilt sind. In der Liga A, in der Deutschland spielt, gibt es vier Dreiergruppen.

Nach den Doppelspieltagen im September, Oktober und November ermitteln die Gruppensieger der Liga bei einem Finalturnier (5. bis 9. Juni 2019) den Sieger.

Deutschland ist in Topf 1 gesetzt. Eine Gruppe mit Frankreich und den Niederlanden ist genauso möglich wie eine mit der Schweiz und Island. Letztere hat allerdings Belgien bekommen.

Der Anreiz der UEFA Nations League besteht eher für die kleinen Nationen, da vier der 24 Tickets für die EM-Endrunde 2020 über den neuen Wettbewerb vergeben werden.

Die 16 Gruppensieger aller Ligen von A bis D ziehen in die Playoffs (Modus wie beim Finalturnier) im März 2020 ein. Sollten sich die Gruppensieger bereits über die normale Quali ihren EM-Start gesichert haben, rücken die Nächstplatzierten nach.

Jede Liga - auch die Liga D mit den ganz kleinen Nationen - wird am Ende also einen EM-Teilnehmer generieren. Die Letzten der Gruppen in den Ligen A, B und C steigen ab, die Ersten aus B, C und D auf.

+++ Die Termine +++

Los geht es am 6./7./8. September 2018 mit den bereits bekannten Doppelspieltagen (die Teams in Dreiergruppen spielen an vier von insgesamt sechs Spieltagen).

Vom 18. bis zum 20. November steigt das Gruppenfinale, das Final-Turnier vom 5. bis zum 9. Juni 2019. Die Qualifikation zur EM 2020 beginnt nicht wie bislang direkt nach der WM 2018 in Russland, sondern erst Ende März 2019.

Die zehn Spieltage laufen bis Mitte November 2019. Die Play-offs zur EM 2020 werden vom 26. bis zum 31. März 2019 ausgespielt.

+++ DFB verteidigt Nations League +++

Bundestrainer Joachim Löw sagte vor der Auslosung: "Wir wollen uns immer mit den Top-Teams messen, also hätte ich kein Problem damit, wenn wir starke Gegner bekommen würden."

Wenn es nach den Kritikern der Nations League geht, hätte sich die DFB-Spitze die Kosten für die erste Dienstreise des neuen Jahres nach Lausanne sparen können. Dennoch waren Präsident Reinhard Grindel, Generalsekretär Friedrich Curtius, Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff vor Ort sein, wenn die Auslosung des umstrittenen Projekts der UEFA über die Bühne geht.

Grindel verteidigte das neue Format. "Durch die Nations League gibt es kein einziges zusätzliches Spiel, und es gibt damit auch keine zusätzliche Belastung für unsere Nationalspieler", sagte der 56-Jährige. "Es wird an den Terminen, an denen sonst Freundschaftsspiele stattgefunden hätten, ein neuer Wettbewerb ausgetragen."

Bierhoff erklärte: "Dies ist ein neuer Wettbewerb, den wir engagiert und ehrgeizig angehen werden. Sicherlich wird das ein oder andere Spiel auch hilfreich sein, neue, junge Spieler unter Wettbewerbsbedingungen gegen andere große Fußballnationen zu testen."

Das Werben des DFB-Präsidenten hat einen weiteren Grund. Denn auch wenn die deutsche Öffentlichkeit noch nicht viel mit dem komplizierten Konstrukt anfangen kann, ist der DFB mit Blick auf seine Bewerbung um die Ausrichtung der EM 2024 gut beraten, mit seiner Spitze Flagge zeigen. Schließlich wird die Endrunde bereits im September vergeben.