Umstrittener Trainer: Turn-Stützpunkt Chemnitz erneut im Zwielicht

SID
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Erneut sind die Trainingsumstände für die Kunstturnerinnen am Stützpunkt Chemnitz ins Zwielicht geraten. Wie der Spiegel berichtet, ist der umstrittene niederländische Coach Gerrit Beltman seit 1. August beim TuS Chemnitz-Altendorf als Coach angestellt.

Der 64-Jährige hatte selbst im Sommer in einem Interview mit der Zeitung "Noordhollands Dagblad" eingeräumt, in der Vergangenheit junge Athletinnen während des Trainings gedemütigt zu haben: "Ich wollte Medaillen, ich stellte mir nie die Frage, ob die Turnerinnen das auch wollten."

Laut Spiegel hatte sich für die Beschäftigung von Beltman dessen Trainerkollegin Gabi Frehse stark gemacht. Frehse ist aktuell als Trainerin am Olympiastützpunkt freigestellt, nachdem ihr unter anderem von der ehemaligen Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer verbale Nötigung und überhartes Training vorgeworfen worden war.

In einer Mitteilung des Deutschen Turner-Bundes (DTB) heißt es, man lehne das Engagement Beltmans beim TuS Chemnitz-Altendorf ab, könne aber dessen Beschäftigung dort juristisch nicht verhindern. Zu DTB-Lehrgängen und Wettkämpfen sei er grundsätzlich nicht zugelassen.

Aufmerksam gemacht auf die Arbeit von Beltman in Chemnitz hatte dessen ehemalige Athletin Simone Heitinga. "Leute wie Beltman haben eine Schneise der Verwüstung hinterlassen", sagte die mittlerweile 41-Jährige.

Heitingas Lebensgefährte kontaktierte in diesem Zusammenhang im August die Kölner Sportwissenschaftlerin Britt Dahmen, die beim DTB als Ombudsperson fungiert. Ihm zufolge gab es seither keinen direkten Kontakt mehr zu ihr. Eine diesbezügliche SID-Anfrage an Dahmen zu diesem Thema blieb zunächst unbeantwortet.