Umsatz im Gastgewerbe im März um fast die Hälfte eingebrochen

Leere Tische vor einem Café in Essen Mitte Mai

Hotels und Restaurants in Deutschland haben im März wegen der coronabedingten Beschränkungen fast die Hälfte ihres Umsatzes eingebüßt. Das Minus im Gastgewerbe betrug 44,6 Prozent zum Vormonat Februar und 45,4 Prozent zum März 2019, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) rechnet für April mit Umsatzeinbußen von über 90 Prozent und forderte erneut einen Rettungsfonds.

Die Einbußen im März waren laut Statistik die schlimmsten seit Beginn der Zeitreihen im Jahr 1994. Der Dehoga verzeichnete konkret bei den Hotels und Beherbergungsbetrieben einen Umsatzeinbruch um 51 Prozent zum Vorjahresmonat, in der Gastronomie einen Rückgang um 42 Prozent.

Bis Ende April würden der Branche mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz fehlen, erklärte der Verband. Dieser Umsatz könne auch nach den mittlerweile erlaubten Wiedereröffnungen nicht nachgeholt werden - im Gegenteil: "Aufgrund der Abstandsgebote liegen die Umsätze 50 bis 70 Prozent unter den Vorjahreswerten". Für viele Bars, Diskotheken und Caterer gebe es außerdem weiterhin "keine Öffnungsperspektive".

Ein Rettungsfonds mit direkten Zahlungen für die Betriebe sei darum "überfällig und muss jetzt kommen", forderte Verbandspräsident Guido Zöllick, "unbürokratisch und gerecht in der Ausgestaltung". Zöllick warnte, hunderttausende von insgesamt 2,4 Millionen Arbeitsplätzen in der Branche seien in Gefahr.

Um die Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verhindern, waren ab dem 18. März Übernachtungen touristischer Gäste in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben untersagt. Ab dem 22. März mussten die Gaststätten mit Ausnahme von Abhol- und Lieferdienstleistungen komplett schließen.