Umfrage: Ein Viertel der Erwerbstätigen fühlt sich bei der Arbeit schlecht vor Corona geschützt

Robin Wille
·Lesedauer: 2 Min.

Fast jeder vierte Erwerbstätige (23,8 Prozent) in Deutschland fühlt sich an seinem Arbeitsplatz schlecht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Civey für Business Insider zwischen dem 21. und 25. April durchgeführt hat. Die große Mehrheit von gut zwei Dritteln (65,4 Prozent) fühlt sich am Arbeitsplatz mindestens gut geschützt, mehr als ein Drittel (37,5 Prozent) sogar sehr gut. Fast jeder Zehnte Erwerbstätige fühlt sich sehr schlecht geschützt.

Große Unterschiede zeigen sich zwischen den Berufsgruppen. So fühlen sich bei den Beamtinnen und Beamten der höchste Anteil (34,8 Prozent) schlecht geschützt, gefolgt von Arbeiterinnen und Arbeitern (34,5 Prozent), Angestellten (25,3 Prozent) und leitenden Angestellten (19,8 Prozent).

Schutzmaßnahmen werden vielerorts nicht konsequent umgesetzt

Die Frage, ob am Arbeitsplatz die erforderlichen Corona-Schutzmaßnahmen konsequent umgesetzt werden, verneinte mehr als jeder fünfte Erwerbstätige (21,8 Prozent). Mehr als zwei Drittel (68,6 Prozent) gaben an, die Schutzmaßnahmen würden „Ja, auf jeden Fall“ (44,8 Prozent) oder „Eher ja“ umgesetzt. Auch hier waren es auffällig viele Arbeiter (33,7 Prozent) und Beamte (29,4 Prozent), die innerhalb ihrer Berufsgruppen angaben, Schutzmaßnahmen würden nicht konsequent umgesetzt werden.

Zu den Maßnahmen, die laut der aktuellen Corona-Arbeitsschutzverordnung gelten, zählen unter anderem: die Begrenzung der Beschäftigtenzahl in geschlossenen Arbeits- und Pausenräumen; Homeoffice, wenn keine betrieblichen Gründe entgegenstehen; das Tragen von Mund-Nasen-Schutz bei unvermeidbarem Kontakt und die Erstellung und Umsetzung von betrieblichen Hygienekonzepten.

Die Möglichkeit, sich mindestens einmal pro Woche am Arbeitsplatz kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen, haben der Umfrage nach 69 Prozent der Erwerbstätigen. Hier liegen die Beamten vorne, drei von vier gaben an, sich testen lassen zu können. Gefolgt von leitenden Angestellten (73,1 Prozent), Angestellten (71,9 Prozent) und Arbeitern (61,7 Prozent).

Knapp jeder Vierte (23,1 Prozent) gab jedoch an, diese Möglichkeit nicht zu haben. Nach einem Beschluss der Bundesregierung und einer Änderung der Corona-Arbeitsschutzverordnung sind Unternehmen seit dem 20. April dazu verpflichtet, Beschäftigten, die nicht im Home-Office arbeiten können, einmal pro Woche einen Corona-Test anzubieten.

Umgekehrt gibt es aber keine Test-Pflicht für Arbeitnehmer. Dennoch gaben 70,3 Prozent der Befragten an, dass sie sich testen lassen würden. 22,6 Prozent der Erwerbstätigen wollen sich laut der Umfrage hingegen nicht testen lassen. Vor allem die Arbeiter scheinen skeptisch zu sein, von ihnen wollen sich fast 40 Prozent nicht testen lassen.