Umfrage: Viele 9-Euro-Ticket-Nutzer verzichteten auf Auto

BERLIN (dpa-AFX) - Viele Käufer des 9-Euro-Tickets haben nach eigenen Angaben das Auto durch Bus und Bahn ersetzt. 31 Prozent der Erwachsenen nutzten die Aktionsfahrkarte häufig auf Strecken, die sie sonst im Auto zurückgelegt hätten, wie eine Yougov-Umfrage für die Deutsche Presse-Agentur ergab. Weitere 18 Prozent gaben an, sogar immer das Auto durch den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) ersetzt zu haben.

Dagegen bekannte ein Viertel der Befragten, dass das bei ihnen nie der Fall gewesen sei. 22 Prozent fuhren mit dem rabattierten Fahrschein nur selten auf Strecken, wo sie sonst im Auto unterwegs gewesen wären.

Das 9-Euro-Monatsticket für Busse und Bahnen wird letztmalig für August angeboten. Es gilt noch bis Ende des Monats bundesweit im Nahverkehr. Die dreimonatige Aktion sollte angesichts hoher Energiepreise Pendler entlasten. Außerdem wollte die Bundesregierung für den Klimaschutz mehr Menschen dazu bewegen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

28 Prozent der Deutschen haben nach der Umfrage mindestens einmal ein Neun-Euro-Ticket gekauft. Weitere 22 Prozent hatten bereits ein Abo für den Nahverkehr und kamen in den Genuss eines entsprechenden Rabatts.

Jeder Zweite nutzte das 9-Euro-Ticket demnach vor allem für private Wege. Knapp ein Viertel der Befragten fuhr mit den Aktionsfahrschein hauptsächlich zur Arbeit. Ebenso viele unternahmen damit in erster Linie touristische Reisen und Ausflüge.

Nicht gefragt wurde, ob diese Fahrten auch ohne das 9-Euro-Ticket stattgefunden hätten. Eine Branchenuntersuchung hatten ergeben, dass rund ein Viertel der im ÖPNV angetretenen Fahrten ohne das Ticket gar nicht erst gemacht worden wären - die Aktion also auch zu zusätzlichem Fahrten führte.

Ob sie künftig häufiger den ÖPNV nutzen als vor der Aktion - darüber gehen die Aussagen der 9-Euro-Ticket-Nutzer auseinander. 18 Prozent wollen künftig auf jeden Fall häufiger mit Bus und Bahn fahren, 22 Prozent wollen es nicht. Die überwiegende Mehrheit von 55 Prozent will das nur tun, wenn es wieder ein ähnlich günstiges Ticket gibt.

Die Zahlungsbereitschaft für ein mögliches Nachfolgeangebot ist unterschiedlich groß. 31 Prozent entschieden sich für die Antwortmöglichkeit 29 Euro pro Monat. 23 Prozent hätten lieber wieder ein 9-Euro-Ticket. Die ebenfalls diskutierten Monatspreise von 49 Euro und 69 Euro finden deutlich weniger Anklang.