Umfrage: Streitbare Kunst oder nur Müll?

Verdutzte Fahrradfahrer halten an und werfen ungläubige Blicke auf das "Casa Utopia". Touristen staunen und posieren vor der Installation. Selbst Angestellte der ansässigen Firmen statten dem Müllhaus am Deutzer Rheinufer in ihrer Mittagspause einen Besuch ab und holen das Smartphone aus der Tasche. HA Schult und Elke Koska regen mit ihrem Gebäude aus Holz, Abfall und Fundsachen zur Diskussion an.

Der Geruch stört

Ein Ehepaar, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, bleibt stehen und fotografiert das Kunstprojekt. "Ich finde die Idee nicht schlecht. So verdeutlicht man das Müllproblem ganz gut", sagt die Passantin. Das einzige was sie stört: Der Geruch. Deshalb stehe sie auch lieber draußen und lasse die Besichtigung im Inneren bleiben. Ihr Mann betrachtet das Kunstwerk schon skeptischer. Er zuckt mit den Schultern und grinst. "Drückt mein Lachen nicht schon alles aus?", fragt er.

Romanita Filipesen gefällt das Müllhaus ganz gut. Auch die früheren Werke von HA Schult wie die "Trash People" (Müllmenschen) und die Weltkugel auf dem DEVK-Versicherungsgebäude sind ihr bekannt. Die habe sie schon immer interessant gefunden. "Das Haus muss nicht unbedingt gefallen aber man kann die Botschaft erkennen", findet Filipesen. Die Menschen sollen sich über ihre eigenen Abfall klar werden. Es sei keine Frage, dass HA Schult polarisiere, Menschen ihn und seine Werke entweder unterstützen oder ablehnen würden. An dem Haus seien ihr einige Details aufgefallen. Da gebe es viele Reifen und Fahrräder. "Ich finde die Gitarrenhülle mit der Aufschrift "free" schön", erklärt sie.

Zeichen des Friedens

Auch Jürgen Maria Waffenschmidt hat einige Dinge bemerkt. Die Fundsachen an der Fassade hatten Studenten an Stränden in Italien, Spanien, Belgien und den Niederlanden gesammelt. "Die Sachen sehen alle sehr international aus, das ist ja fast ein Zeichen des Friedens", bemerkt er.

Nicht alle sind von dem Kunstobjekt begeistert. Eine Fußgängerin schaut von der Deutzer Brücke runter und schüttelt den Kopf. "Das Haus ist einfach Müll", sagt sie. Das Objekt lasse sie kalt. Viel schöner sei doch das Panorama von der Brücke. "Ich bezeichne nicht direkt alles als Kunst. Das Haus macht für mich keinen Sinn", erklärt sie.

Peter Buckstegen hat wohl die meisten der unterschiedlichen Meinungen mitbekommen. Er steht seit 10 Uhr vor dem Eingang und sammelt Spenden für den Verein "Kunst hilft geben".

Er setzt sich unter anderem für menschenwürdigen Wohnraum für Obdachlose ein. "Manche sagen schon, dass das alles nur Müll ist", erzählt er. Doch diese Ansicht sei eher die Ausnahme. Das finde er aber in Ordnung. Denn über Kunst könne man nun einmal streiten.

Wie finden Sie das Müllhaus?

Ich finde es beeindruckend, dass Müll hier eine künstlerische Verwertung gefunden hat. Das Haus soll bewirken, dass wir uns alle bewusst werden, wie viel Müll wir produzieren.

Margarete Siebert

Ich habe mich gewundert, dass die Stadt das Kunstwerk genehmigt hat. Das Müllhaus finde ich super genial. Ich bin extra gekommen, um es zu fotografieren.

Jürgen Maria

Waffenschmidt

Ich finde das Gebäude sehr interessant und habe es zufällig im vorbeigehen gesehen. Es regt zum Nachdenken an. Das Haus passt zu Köln, weil beides auffällig und einzigartig ist.

Manuela...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta